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Sozial-Spur

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Das waren schöne drei Monate

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Ende Januar habe ich einen spannenden Mann kennengelernt und wir sind auch ziemlich schnell zusammengekommen; auch wenn es eigentlich nicht so geplant war… Für mich war es das erste Mal seit langer Zeit, dass ich mich in einer Beziehung wieder ganz sicher und aufgehoben gefühlt habe. Recht schnell hat er meine besten Freunde kennengelernt und war auch zwei mal mit bei ihnen in Konstanz. Er hat mich regelmäßig zu meiner Mutter ins Krankenhaus und später ins Heim begleitet. Und ich habe seine Kinder, Eltern und Katzen kennengelernt und war sogar mit seinen Eltern und ihm ihren Hochzeitstag feiern. Er war ein paar Mal mit mir bei sich im Dorf einkaufen und hat mich dort “herumgezeigt”.

Es hat sich alles so natürlich angefühlt – auch wenn das Tempo schon ziemlich schnell war… Angefangen hat es eigentlich damit, dass ich im März mit dem Fernbus meine Freunde in Konstanz besuchen wollte und er gefragt hat, ob er nicht mitkommen kann… Also habe ich nachgefragt; natürlich! Und gerne! Ich konnte die ganze Zeit nicht glauben, was ich mir da für ein Schätzchen aufgetan habe.

Tja, Anfang Mai hat er mir dann gesagt, dass er mir “die drei Worte” nicht sagen kann. Nicht, dass ich es erwartet hätte, aber er hat sich auch nicht in mich verliebt, sondern er mag mich nur sehr gerne.

WHAT???

Das hat mir erstmal den Boden unter den Füßen weggezogen und ich wollte ihn so schnell als möglich noch einmal zu einem endgültigen Gespräch treffen, um es in seinen Augen zu sehen. Dieses Gespräch hat bislang nicht stattgefunden, weil es ihm noch zu sehr weh tut.

WHAT???

Daraufhin habe ich ihm einen Brief geschrieben und er hat mit Floskeln geantwortet. Ganz schön schwach.

Das letzte Gespräch steht immer noch aus und mir ist es auch noch wichtig. Ich habe für mich entschieden, dass ich mit einem Raucher nicht zusammensein kann und will. Am Anfang hat er erzählt, dass er raucht, wenn er Stress hat, aber wohl bald damit aufhört. Wenn er mit mir unterwegs war, hat er vielleicht drei Zigaretten über den Tag verteilt geraucht, am Ende ca. drei in der Stunde. Oder so. Nein, ein Raucher geht gar nicht. Und wenn es das Einzige ist, was mich wirklich an ihm gestört hat, damit komme ich nicht zurecht.

Das Gute an der ganzen Geschichte ist, dass ich gemerkt habe, dass ich wieder bereit für eine feste Beziehung bin und es auch noch kann. Und ich werde mich auch das nächste Mal wieder mit Haut und Haaren einlassen und nicht mit angezogener Handbremse. Hoffe ich.

Die Sache mit der Wertschätzung

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Seit Anfang November arbeite ich jetzt in der neuen Filiale. Eigentlich wollte ich nicht wechseln, aber in der alten Filiale war der Umsatz zu gering, zu viele Mitarbeiter, zu viele Stunden und in meiner jetzigen Filiale haben sie jemanden für 30 Stunden gesucht. Zwei Mitarbeiter standen zur Auswahl: eine neue Mitarbeiterin, die in manchen Bereichen noch eingelernt werden muss und eben ich. Da ich in dieser Filiale schon ein paar Mal ausgeholfen habe und sowohl die Chefin als auch die Stellvertreterin wie auch ein paar vom Team kannte – und sie mich (!) wollten – bin ich eben versetzt worden. Nein, wirkliche Mitsprache hatte ich an dieser Stelle nicht. Als meine damalige Chefin mit eröffnet hat, dass ich wechseln muss, habe ich es im Gespräch vom Kopf her gut verstanden; nachts hat es mir den Boden weggezogen und ich hab wieder heulend im Bett gelegen… “Sie wollen mich nicht. Ich bin nicht gut genug.” Etc. pp. All diese alten Gefühle, die hochkamen und denen ich in diesem Augenblick völlig hilflos ausgeliefert war. Natürlich habe ich versucht, mit dem Verstand dagegen anzugehen und mir die positiven Sachen aufgezählt: sauberes Lager; früherer Arbeitsbeginn; Tageslicht bei der Arbeit; kleines Team.

Nach einer durchheulten Nacht war´s gut. Sicherheitshalber habe ich am nächsten Morgen einen Termin bei meiner Therapeutin ausgemacht – und auch schnell bekommen – aber bis dahin hatte ich es schon gut selbst weggesteckt.

Und im Nachhinein muss ich sagen, dass sich die Filiale von Juli bis November irgendwie immer wie ein Provisorium angefühlt hat. So war´s ja auch! Und in meiner jetzigen Filiale fühle ich mich richtig wohl! Sowohl mit dem Team als auch mit den Chefinnen und den Kunden. Und was mir besonders gut gefällt, ist die Wertschätzung, die mir entgegengebracht wird. Wie wichtig das ist! Und in wievielen Jobs das eben NICHT gegeben ist. Das kenne ich durchaus aus eigener Erfahrung…

Anscheinend hab ich grad einen Lauf.

Heiligabend habe ich mit meiner Mama gefeiert und sie bei mir zum Essen eingeladen. Sie hat das erste Mal Raclette gegessen – und es hat ihr geschmeckt! Es war rundherum ein gelungener Tag, auch wenn sie mit einer guten Stunde Verspätung bei mir vor der Tür gestanden hat. Wir haben erst einmal Kaffee getrunken und an meinem Tisch gesessen und geplaudert. Das war total entspannt und entspannend. Ich war vorher schon ganz schön nervös. Warum eigentlich? Hm.

Später hab ich meine Mutter vor dem Fernseher geparkt, ihr die Nägel lackiert und mich ums Essen gekümmert; war ja auch überschaubar. Und sehr lecker! Nach dem Essen gab´s Bescherung: ich hatte ganz viele Päckchen für meine Mama und habe mit allem richtig gelegen. Sie hat über´s ganze Gesicht gestrahlt. Und ich hab mich über sie und an ihr gefreut! Natürlich gab es auch ein paar wehmütige Momente, z.B. als sie gemeint hat, dass Raclette meinem Vater auch geschmeckt hätte. Er mochte am liebsten Kartoffeln und wurde früher von mir zu Weihnachten mit Fondue gequält. Oder dem Kartoffel- und dem Rindfleischsalat meiner Mutter, die legendär sind! Da fehlte ihm ein großes Stück Fleisch. Das hatte ich jetzt nicht, aber rohen Schinken, Garnelen, Zwiebeln etc. Muskat nicht zu vergessen!

Am ersten Feiertag habe ich nichts gemacht; bin nur mal zwei Stunden spazieren gewesen.

Am zweiten Feiertag war ich bei einer Freundin zum Ente essen eingeladen. Da muss man mich nicht zweimal fragen! Sehr lecker! Und wir haben gleich Silvester geplant. Also, was wir essen wollen… Da freu ich mich auch drauf!

Dieses Jahr habe ich irgendwie nicht wirklich mitbekommen. Ich hatte ab Mitte des Jahres schon mehr Energie als am Anfang (ach!), aber einen neuen Job anzufangen resp. in einer neuen Filiale mit neuen Kollegen, neuen Abläufen, neuen Kunden usw. ist schon ziemlich anstrengend. Aber seit ich im Juli gewechselt habe und in der Woche fünf Stunden mehr arbeite, hatte ich mehr Zeit und Energie für andere Sachen. Das fiel mir aber erst auf, nachdem es vorbei war… Die letzten Monate in meiner ersten Filiale habe ich wirklich nur noch gearbeitet. Und mich ausgeruht. Weil der Stress dort mich völlig lahmgelegt hat. Und ich immer noch der Meinung bin, dass ich von der Vorgesetzten gemobbt wurde. Aber das lasse ich jetzt auf sich beruhen. Ich habe alles versucht, um mit der damaligen Situation zurechtzukommen und letzten Endes die Konsequenz gezogen: und bin gegangen.

Daher weiß ich jetzt umso mehr zu schätzen, wie wichtig ein wertschätzendes Miteinander für mich ist.

Und nachdem meine Basis wieder gefestigt ist  – wird sich auch alles andere finden…

HSP

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Eigentlich weiß ich ja, dass ich zu den Hochsensiblen zähle und es ist für mich immer wieder eine gute Erklärung, warum ich so viel Zeit für mich brauche. Und vielleicht ist das auch ein Grund für meinen – sagen wir – doch eher sprunghaften Lebenslauf. Und es ist mit Sicherheit die Erklärung, warum mir Schreibfehler und fehlende Satzzeichen immer auffallen. Wie gerne würde ich DAS abstellen!! Mit meinem neuen Smartphone überfliege ich regelmäßig die Neuigkeiten der Zeitungen und in fast jedem Artikel sind Fehler! Beherrscht denn keiner mehr die deutsche Sprache in Wort und Schrift? Fast kommt es mir so vor. Schade. Schwierig. Traurig.

Anhand meiner Smartphoneleserei habe ich auch festgestellt, dass es mir schwer fällt, mich auf ein Thema zu konzentrieren. Es wird alles in Häppchen dargeboten. Und das nächste. Und noch eines. Zusammenhänge, Rückschlüsse, über den Teller schauen wird nicht mehr geboten. Alles soll schnell gehen. Das ist auch ein Grund, warum ich nicht zu den Schnelllesern gehöre: ich habe es mir angeeignet und für eine Zeit auch ganz gut beherrscht, aber ICH WILL mich auch mit der Sprache und dem Satzbau auseinandersetzen. Und habe den Luxus, dass ich in meiner Arbeit nicht schnell viele neue Informationen aufnehmen muss. Hm, oder den Nachteil? Das ändert sich je nach Standpunkt.

 

Wer geht, wer bleibt

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Ich bin gespannt, wer in meinem Leben bleibt. Und erst Recht, wer neu in mein Leben kommt!

Einige werden gehen. Ich bin nicht bereit, mich von Leuten be-wert-en zu lassen, die nicht für mich da waren, als ich sie gebraucht habe. Und manche Versäumnisse kann man mit Worten nicht wieder gut machen.

Zeit der Trauer

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Ich finde es sehr spannend zu beobachten, wie mein direktes Umfeld auf den Tod meines Vaters reagiert. Und Menschen, die JETZT nur an sich denken, keinen Augenblick darüber nachdenken, wie es mir gerade gehen könnte und mich mit Belanglosigkeiten belästigen, werden ausgesiebt und ich werde mich nicht mehr bei ihnen melden. Punkt.

Wieviel wertvoller sind in dieser Situation Freunde, die EINFACH für mich da sind! Die zuhören, mit mir lachen und weinen, mit mir kochen und essen, einfach da sind. Denen ich nicht erklären muss, warum ich gerade traurig aussehe. Denen es gelingt, Lachen und Leichtigkeit zu bringen. Die eine Ahnung von meinem Schmerz haben, der für mich völlig unvorstellbar war.

Wieviel wertvoller sind mir Arbeitskolleginnen, die mir Umarmungen und Bilder per WhatsApp schicken. Die mir mitteilen, dass sie gerade an mich denken und mich vermissen. Die meinen Schmerz mitfühlen und mich mit ihrer Anteilnahme auffangen und trösten.

Es geht nicht darum, dass ich jetzt das Verhältnis zu meinem Vater auflöse; das braucht seine Zeit. Ein jegliches hat seine Zeit und jetzt ist die Zeit der Trauer. Es geht mir darum festzuhalten, dass ich nicht alleine bin. Und meine Mutter auch nicht. Und wenn IRGENDJEMAND nicht nachvollziehen kann, dass ich mich nicht ablenken, sondern für meine Mutter da sein möchte, hat er in meinem Leben nichts mehr zu suchen. Ich habe keine Geschwister, vor acht Wochen haben wir die Schwester meines Vaters beerdigt, meine Familie sind jetzt meine Mutter und ich. Und eben die Freunde, die sich jetzt – mal wieder oder auch das erste Mal, weil neu in meinem Leben, – als Freunde beweisen. Denen ich mich nicht erklären muss. Und für die ich dankbar bin.

Mir sind die Augen aufgegangen!

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Die letzten zwei Wochen hatte ich Urlaub und habe Freunde und meine Eltern besucht. 12 Tage war ich in Kontakt mit den unterschiedlichsten Familien und deren Eigen- und Besonderheiten. Es war traurig, anstrengend, wunderschön, intensiv, dramatisch, lustig und noch einiges mehr. Als ich in München mit dem Zug eingefahren bin, war es wie Heimkommen. Meine Wohnung – meine Burg. Weihnachten werde ich dieses Jahr das erste Mal (!) nicht bei meinen Eltern sondern bei lieben Freunden am Bodensee verbringen. Und auch zum runden Geburtstag meines Vaters an Neujahr werde ich nicht im Odenwald sein. Daher bin ich gestern in einen Buchladen, denn bevor ich ihm ein Buch schenke, will ich zumindest hineingelesen haben. Da habe ich aber etwas anderes gefunden: Hochsensibel – Was tun? Mit hochsensiblen Personen hatte ich durchaus schon zu tun, auf die Idee, dass ich auch dazu gehören könnte, bin ich aber bis zu dem Test in diesem Buch nicht gekommen. Darüber hinaus werden verschiedene Personen mit ihrer Geschichte vorgestellt und ich habe ganz oft gedacht: “Genau wie bei mir.” oder “Das kenne ich.”

Unheimlich. Okay, ich habe jetzt kein ausgeprägtes Gespür für Design oder Farben, ABER: fehlende Kommata, falsche Groß- und Kleinschreibung sowie holprige Formulierungen fallen mir auf. Immer. Ich kann einfach nicht darüber hinweglesen. Laut der Autorin Sylvia Harke ist es neben anderen ein Zeichen für Hochsensibilität.

Jetzt fange ich an, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und habe unter Hochsensibel Test einen entsprechenden Onlinetest gemacht. Kein Zweifel. Ich finde es beruhigend, dass es noch mehr gibt, die ähnlich wie ich gestrickt sind. Dass ich mich nicht schämen muss, wenn ich keine Gewalt in Film und Fernsehen sehen will und kann. Dass es nicht funktioniert, wenn ich mir ein sog. “dickes Fell” zulegen muss; egal ob beruflich oder privat. Schon seit einiger Zeit sehe ich es als Stärke, dass ich weiß, wie es meinem Gegenüber geht und ich mich entsprechend darauf einstellen kann. Und auch mein Bedürfnis nach Ruhe (keine Dauerbeschallung durch Radio und Fernseh in meiner Wohnung, schlafen mit Ohrstöpseln und Schlafmaske) und Allein-sein hat eine völlig neue Bedeutung für mich bekommen.

Ich brauche es einfach. Punkt.

Face-to-face

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Vor zwei Wochen hat mich eine Freundin angerufen, mit der ich seit einer Weile keinen Kontakt mehr hatte. Neulich rief sie mich dann auf dem Handy an, ich habe ihr meine Festnetznummer gegeben und wir haben eine Dreiviertelstunde geplaudert. Irgendwann meinte sie: “Ach so, ich bin gerade in München…”

Ja, dann. Ihr Hotel war nur zwei U-Bahnstationen von meiner Wohnung entfernt und zehn Minuten nach unserem Gespräch habe ich sie an der U-Bahnstation aufgesammelt und wir sind in meine Lieblingskneipe gegangen und haben den Abend dort ausklingen lassen. Wir hatten das letzte Mal Kontakt, als sie mit ihrem ersten Kind schwanger war; ihre Tochter ist jetzt drei Jahre alt…

Ich bin nicht diejenige, die sich regelmäßig meldet und erwarte es auch nicht von anderen. Und wenn jemand nach langer Zeit wieder in meinem Leben auftaucht, freue ich mich umso mehr! Und dann genieße ich ein persönliches Gespräch auch mehr als nur ein Telefonat oder eine E-Mail/SMS/WhatsApp.

Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit

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Vor ein paar Tagen war ich mit einem Freund verabredet, der gerade frisch verliebt ist. Naja, das “frisch” ist jetzt auch schon ein knappes halbes Jahr alt und es sei ihm von Herzen gegönnt. Er hat gesagt, er ruft mich unter der Woche an. Das hat er nicht getan. Und das war nicht das erste Mal. Ja, ich kann verstehen, dass er abends lieber mit seiner neuen Freundin telephoniert statt mit mir.

ABER: Ich finde es wichtig, sich nicht nur auf die Arbeit und seine Beziehung zu konzentrieren, sondern auch auf seine Hobbies/Interessen sowie Freunde und Familie. Spätestens wenn es keine Beziehung mehr gibt, rächt es sich. Wieviele Menschen stehen am Ende einer Beziehung vor einem Scherbenhaufen und haben keinen, der mit aufkehrt. Das ist mir noch nicht passiert. Sicher, Freundschaften zu pflegen ist mit Aufwand verbunden, aber diesen erbringe ich gerne.

Und meine Freunde wissen das! Ebenso wie bekannt ist, dass ich nicht alleine mit frisch verliebten Pärchen weggehe. Jetzt geht es nicht darum, dass ich ihnen ihr Glück nicht gönne, sondern ich bin mir für eine Staffage-Rolle zu schade. Nach einem halben Jahr können wir es gerne wieder zu dritt versuchen. Klappt manchmal, oft nicht. Und ich stehe dazu!

Ausgebacken, Genickstarre und ein Bienenstich

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Mitte diesen Monats ist mein befristeter Vertrag beim Bäcker ausgelaufen. Es hat sich an dieser Stelle für mich ausgebacken. Sehr schön. Auch wenn mir das Brezn-Auflegen fehlen wird.

Auf der Suche nach einem neuen Teilzeitjob hatte ich drei (weil´s so schön war, noch einmal in Worten: drei) spannende Jobangebote! Das erste war ein Job in der Marktforschung; dort hätte ich in voller Breitseite meine Fähigkeit eingesetzt Leute anzulabern. Das zweite Angebot wurde mir vom Leiter der Akademie, an der ich meine Weiterbildung zum Web-Manager gemacht habe, unterbreitet: er wollte mich als Dozentin. Hier hätte mich u.a. gereizt, dass ich auch öfter in Berlin gewesen wäre, denn dorthin expandieren sie als nächstes. (An dieser Stelle ein lieber Gruß an alle in der Hauptstadt! Dieses Jahr komme ich auf jeden Fall vorbei.)

Letztendlich habe ich mich für den Teilzeitjob in meinem Lieblingsdrogeriemarkt entschieden: Es ist körperliche Arbeit, die Kollegen sind sehr nett, die Bezahlung stimmt, ich bin regelmäßig unter Leuten, zeitlich kann ich alles andere wie schwimmen, joggen, Webseiten drumherumbauen und ich bin in einer knappen Viertelstunde hingelaufen. Sensationell! Am 1. Mai fange ich an – und aufgrund meiner Arbeitszeiten kann ich die Freibadsaison 2013 genießen! Egal wie das Wetter wird.

Die letzten Tage hatte ich dann doch öfter Genickstarre: man konnte die Vögel noch gut im Geäst entdecken. Jetzt ist alles grün und sie sind wieder versteckt. Im Rosengarten hat eine Erdhummel einen Nistkasten bezogen und beim Joggen bin ich prompt von einer Biene gestochen worden. Sie ist mir um den Kopf geschwirrt und ich habe sie mit der Hand abgewehrt, so dass sie mich in den Daumen gestochen hat. Da bin ich den Bienenkästen wohl ein bisschen zu nah gekommen.

Und wie heißt es so schön? “Alles neu macht der Mai.” Na, dann.

Noch mehr Engel

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Es ist spannend zu beobachten, wie sich Beziehungen entwickeln. Die Kollegin, mit der ich am Anfang beim Bäcker die meisten Schwierigkeiten hatte, lerne ich immer besser kennen. Sie weiß sehr wohl, dass sie oft grantig ist und mit ihrem Verhalten die Leute verschreckt. Nichtsdestotrotz entpuppt sie sich beim näheren Kennenlernen als warmherziger, mitfühlender und lustiger Mensch. Ganz nach dem Motto: Raue Schale, weicher Kern. Und auch mit mir scheint sie immer besser zurechtzukommen, denn sie hat mir sogar ein Weihnachtsgeschenk gemacht: Ein Teelichthalter mit zwei Engeln auf der einen und einem Spuch auf der anderen Seite.

Glück beruht oft nur auf dem Entschluss glücklich zu sein!

Wohl wahr!

Emotionale Vampire

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Emotionale Vampire sind für mich Menschen, mit denen es mir nicht gut geht. Es sind Menschen, die mir meine Energie und meine Lebenskraft aussaugen. Die meine Freundlichkeit und meine Kontakte ausnutzen. Bei denen es immer nur um sie geht. Die immer jammern. Die nie zuhören, sondern meine Kommentare nutzen, um wieder über sich zu sprechen. Bei denen man immer draufzahlt: emotional, finanziell, psychisch. Die mich als Publikum und seelischen Mülleimer brauchen, gebrauchen und missbrauchen.

Dazu bin ich nicht mehr bereit.

Sicher, in einer Freundschaft ist Geben und Nehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt meist auch nicht ausgewogen. ABER: im Grunde stimmt es. Und ich fühle mich als Freundin wertvoll und wertgeschätzt, wenn ich meine Schulter, meine Zeit, mein Herz und Hirn, meine Hände anbieten kann und sie genutzt und gebraucht werden. Hierbei habe ich ein gutes Gefühl. DENN: es beruht auf Gegenseitigkeit.

Wenn ich jemanden als (für mich!) emotionalen Vampir definiert habe, werde ich mich nicht mehr melden. Ich werde keine weitere Zeit und Energie in für mich unerfreuliche, anstrengende Begegnungen und Gespräche stecken. Da verbringe ich meine Zeit lieber alleine. Und gestalte sie so, dass ich mich wohl fühle.

Punkt.

Grüner Daumen?

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Ich habe heute herausgefunden, warum im Rosengarten ein Baum abgestützt ist, obwohl er kein grünes Blatt mehr hat: von diesem Baum gibt es in ganz Deutschland nur zehn Stück! Zwei Junggärtner haben mir die Antwort gegeben und gemeint, dass gegenüber noch ein Baum der gleichen Sorte steht, aber noch lange nicht so groß ist.

Mit einer Gärtnerin bin ich ein Stück des Weges gegangen und habe zu ihr gemeint, dass sie einen tollen Job hat! Ich hätte ja gar keinen grünen Daumen, aber ich freue und erfreue mich immer an all den Blumen und Bäumen, die hier liebevoll gepflegt werden. Sie konnte nicht glauben, dass ich keinen grünen Daumen haben soll und hat mir eine Sonnenblume abgeschnitten und mir Tipps zur Pflege gegeben. Damit müsste die Blume eine Woche halten. Mindestens!

Wenn die Sonnenblume jetzt mindestens eine Woche mit der entsprechenden Pflege hält, hätte ich einen grünen Daumen. Ich bin gespannt!

Mit einem Lächeln im Gesicht und der Sonnenblume in der Hand bin ich nach Hause gegangen.

Ein Samstag in der Stadt

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Am Samstag war ich mit einer guten Freundin in der Stadt zum shoppen unterwegs. Sie erlag dem Kaufrausch und hat sich eine komplette Garderobe in verschiedenen Geschäften zugelegt. Dabei fand ich es spannend, den Verkäufern zuzugucken: in einem Schuhgeschäft hat eine Frau vor uns eine Rabatt-Karte bekommen, für die sie auf das erste Paar Schuhe 10 % und auf das zweite Paar 20 % Rabatt bekommen hat. Das dritte Paar Schuhe gibt es dann für 30  % weniger. Meiner Freundin wurde eine solche Karte nicht angeboten; also habe ich nachgefragt. Und siehe da: sie hat diese Rabattkarte auch bekommen. Und mal lässig gute 30 € gespart.

In einem großen Modegeschäft hat meine Freundin sich deren Kundenkarte geben lassen – und gleich noch mal gute 30 € gespart. Mit einer Verkäuferin habe ich mich länger unterhalten und mich bei ihr bedankt, weil sie meiner Mutter bei ihrem letzten Besuch eine tolle Hose verkauft hat. Sie konnte sich zwar nicht mehr an mich resp. uns erinnern – aber gefreut hat sie sich trotzdem. Und gemeint, dass es ihr öfter passiert, dass Mütter mit ihren Töchtern kommen; und beide von ihrem Verkaufsstil angetan sind. Das kann ich bestätigen! Ich finde es schön zu sehen, wenn jemandem seine Arbeit Spaß macht. Das passiert viel zu selten…

Spannend fand ich auch zu beobachten, wie der Kunde in den Geschäften verwirrt wird. In einer Edelboutique wollte meine Freundin zwei Anhänger für ihr Armband kaufen, weil sie eines verloren hatte. Wir standen beide vor dem Kasten mit den Anhängern, hatten beide ein Heftchen in der Hand, das uns mit einem Kaltgetränk gebracht wurde, und haben uns die Bedeutungen der verschiedenen Anhänger angeschaut. In diesem Heftchen waren dann auch die Preise für die einzelnen Schmuckstücke abgedruckt. Beim Bezahlen haben wir dann festgestellt, dass es NICHT die zu bezahlenden Preise sind. Und ich habe mich mit vier Verkäufern angelegt, weil ich darauf hingewiesen habe, dass ich als Kunde ziemlich verwirrt bin, wenn ich ein Informationsheftchen ausgehändigt bekomme, in dem vielleicht die Beschreibung, aber nicht der Preis stimmt. Sicher, das mögen pro Schmuckteil nur ein paar Euro sein – aber hier geht´s mir ums Prinzip! Da werde ich auch gerne und immer wieder diskutieren.

Zum Ausklang gab´s ein Riesenstück Kuchen und einen leckeren Latte Macchiato. Der Aprikosenstrudel, okay, Marillenstrudel, ist wirklich hervorragend! Dieser Kuchen war der würdige Abschluss einer erfolgreichen Shoppingtour und eines schönen Tages.

Unsichtbar auf dem Fahrrad

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Heute war ich mit dem Fahrrad unterwegs; bei dem Wetter gibt es dafür nur ein Wort: wundervoll! An der Stadtbücherei bin ich von ein paar Studenten angesprochen worden, die mit einer Riesenleinwand, Farben und Pinseln herumgelaufen sind. Sie machen ein Uni-Projekt und suchen Leute, die sich in irgendeiner Form auf der Leinwand verewigen. Nun ja, mit meinen Malkünsten ist es nicht so weit her, also habe ich meinen hinteren Fahrradreifen rot, mit blauen und schwarzen Tupfen, angemalt und bin über die Leinwand gerollt. Das Ganze wurde dann auch fotografiert. Schade, dass ich heute meine Kamera nicht dabei hatte… Beim Weiterfahren habe ich noch rote Fahrspuren auf dem Radweg hinterlassen. Als ob ich ein Kaninchen überfahren hätte. Mindestens! Das war lustig.

Leider sind aber die meisten Autofahrer allein auf der Welt, denn im Westend ist ein Riesenfahrzeug mit LL-Kennzeichen gaaaanz langsam aus der Auffahrt auf den Fahrradweg gerollt. Und mir schließlich mitten im Weg stehen geblieben. Wenn der Fahrer noch zwei Meter vor gefahren wäre, wäre er immer noch nicht auf der Straße, mir aber aus den Füßen gewesen.

Also: Vollbremsung. Das Auto stand und ich bin mit dem Vorderreifen an seine Tür gestupst. Völlig erschreckt hat der Fahrer die Scheibe heruntergekurbelt und mich entgeistert angeguckt. Warum ich denn sein Auto anstupsen würde? Hm, vielleicht, weil es auf dem FAHRRADWEG steht. Leider hat mein Reifen nur eine Staubspur auf seiner Tür hinterlassen. Ich hätte den Vorderreifen anmalen sollen, dann wäre zumindest die Möglichkeit gewesen, dass er einen entsprechenden Abdruck auf der Tür gehabt hätte… So ein Vogel!

“Frau Hermes ist am Montag wieder da.”

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Heute Mittag war ich joggen. Am Giesinger Teich habe ich es im Gebüsch rascheln hören und genauer hingeschaut. Es war keine Amsel, kein Eichhörnchen, keine Drossel und es hat eine Weile gedauert, bis ich erkannt habe, was es ist. Eine Schlange! Zum Glück “nur” eine Ringelnatter; Respekt hatte ich trotzdem.

In dieser kurzen Sport-Zeit wurde versucht, mir ein Päckchen zuzustellen. Ohne Erfolg. Am Klingelschild klebte ein Abholschein für die Schneiderei um die Ecke. Also bin ich gleich dort vorbei. Offensichtlich eine Ausländerin hat mich in Empfang genommen und wollte schauen, was auf meinem Zettel steht. Ich habe ihr zu verstehen gegeben, dass für mich von Hermes ein Päckchen abgegeben worden ist, das ich gerne abholen würde. Darauf meinte sie: “Frau Hermes ist am Montag wieder da.”

???

Ihre Kollegin kam kurz darauf ebenfalls in den Laden und hat das Missverständnis aufgeklärt – und ich durfte mir das passende Paket aussuchen. Breit grinsend und Päckchen tragend bin ich in meine Wohnung. Den Spruch find ich gut: “Frau Hermes ist am Montag wieder da.” Ich wusste gar nicht, dass der Götterbote eine Frau hat…