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Dezember, 2012

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Adventskalender 2012

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Ende November hat meine Mutter via DHL einen selbstgemachten Adventskalender an meine Packstationsadresse geschickt. Er kam nicht an. Am 23. Dezember – das war ein Sonntag – wurde er wieder bei ihr abgegeben mit dem Vermerk, dass er nicht abgeholt wurde.

Wie bitte??

Wenn ich keine Benachrichtigung bekomme, dass ich etwas abholen soll, hole ich natürlich nichts ab. Nur komisch, dass ich sonst je Paket zwei SMS und zwei E-Mails bekomme.

Mitte Dezember war ich schon auf der Post und habe nachgefragt. Trotz Schlange bis zur Tür habe ich nur ca. zehn Minuten gewartet. Von dem relativ desinteressierten Mann habe ich eine Telephonnummer bekommen, unter der man kostenfrei bei DHL nachfragen kann: 0800 1 888 444

Nicht, dass ich erfolgreich gewesen wäre. Ich habe eine Mail geschickt – und die Nachricht bekommen, dass die Bearbeitung noch etwas dauert. Na, dann warte ich doch mal, ob und wann eine Nachricht kommt.

Meine Adventskalenderpäckchen habe ich dann mit der Deutschen Bahn nach München transportiert und aufgehängt. Jetzt werde ich jeden Tag ein Päckchen öffnen – und mich eben jetzt daran erfreuen. Heute ist Tag 2.

21.12.2012

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… Und wir leben noch. Es ist nicht das Ende der Welt durch den Maya-Kalender angekündigt worden, wie so oft behauptet, sondern lediglich das Ende eine Ära.

Das mag durchaus zutreffen. Für 2013 sieht mein Horoskop nur das Beste vor. Ich bin gespannt!

In jedem Fall war Wintersonnenwende, so dass die Tage jetzt wieder länger werden. Sehr schön. Das ist doch auch ein Grund zum Feiern. Finde ich.

Jeder Mensch ist eine Insel

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Die letzten Tage war ich ein paar Mal in der Stadt; zum Glück musste ich keine Geschenke suchen resp. kaufen, so dass ich mir die umhereilenden Menschen angucken konnte. Jeder Mensch ist eine Insel: scheinbar autark und nur auf sich bezogen. Das war mein Haupteindruck. Ich hatte das Gefühl unsichtbar zu sein und wurde auch nicht angesprochen. Jeder scheint mit Geschenkelisten und Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt zu sein. Anstrengend!

Dennoch genieße ich die Adventszeit und hier bes. die Weihnachtsmärkte: mit netten Menschen lecker essen und Feines trinken.

Ebenso genieße ich die Zeit beim Joggen: von gestern lag noch ein bisschen Schnee, heute hat es geregnet und außer Leuten mit Hund und wenigen Joggern war fast keiner unterwegs. Das wird sich spätestens in zwei Wochen ändern, wenn sich alle, mit dem Vorsatz mehr Sport zu treiben, auf dem Jogger-Highway an der Isar einreihen.

Noch mehr Engel

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Es ist spannend zu beobachten, wie sich Beziehungen entwickeln. Die Kollegin, mit der ich am Anfang beim Bäcker die meisten Schwierigkeiten hatte, lerne ich immer besser kennen. Sie weiß sehr wohl, dass sie oft grantig ist und mit ihrem Verhalten die Leute verschreckt. Nichtsdestotrotz entpuppt sie sich beim näheren Kennenlernen als warmherziger, mitfühlender und lustiger Mensch. Ganz nach dem Motto: Raue Schale, weicher Kern. Und auch mit mir scheint sie immer besser zurechtzukommen, denn sie hat mir sogar ein Weihnachtsgeschenk gemacht: Ein Teelichthalter mit zwei Engeln auf der einen und einem Spuch auf der anderen Seite.

Glück beruht oft nur auf dem Entschluss glücklich zu sein!

Wohl wahr!

Schnee, Engel!

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Haidhausener Weihnachtsmarkt

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Heute mittag war ich auf dem Haidhausener Weihnachtsmarkt; ich wundere mich jedes Jahr (okay, dieses ist erst das zweite), dass es in der Au keinen Weihnachtsmarkt gibt. Also bin ich mittags ein Stück gelaufen. Und just bin ich von einem Mädel angesprochen worden, ob ich mit ihrem Handy ein Bild von den vier Mädels machen könnte. Logisch. Das hat mich durchaus an die legendären Urlaubsfahrten mit meinen Mädels erinnert… Zum Thema Weihnachtsmarkt: auf dem Weihnachtsmarkt in Dresden hat eine eröffnet, dass sie heiraten will. Das ist so und so schon lange eine lange Geschichte. Seufz. Schön waren diese Fahrten.

Auf dem Rückweg bin ich mit der Tram gefahren und danach den Giesinger Berg hinuntergelaufen. Und gehickelt. Ein Mann kam mir entgegen und als er auf meiner Höhe war, hat er mich angegrinst. Hm, das lag bestimmt an meiner grünen Puschelmütze… Fast so wie früher: gehickelt und gegroert. Hihi.

Nikolausi? Osterhasi!

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An Nikolaus hab ich auch wieder Brötchen verkauft; mit einer rot-weißen Weihnachtsmannmütze auf. Oder Weihnachtsfraumütze? Egal. Die Kunden hat´s gefreut.

Am Nachmittag kam eine ältere Frau mit ihrem Enkel und sie haben auf den Nikolaus gewartet. Der soll durch´s Viertel laufen, haben sie gesagt. Die Wartezeit wurde, wie für einen bayerischen Buben üblich, mit einer Brezn überbrückt. Nach einer ganzen Weile sind sie wieder auf die Suche gegangen. Und tatsächlich: als es schon dunkel war, kam der Nikolaus auch bei uns vorbei. In voller Montur und mit einem Rauschgoldengel. Und sie haben Geschenke verteilt; auch ohne Gedicht und ohne ein kleines Kind zu sein. Das war eine nette Idee! Und sein Kostüm war sensationell! Vom Rauschgoldengel sowieso.

Ich kam mir ja eher vor wie Osterhasi (nein, ich werde keine Hasenohren aufsetzen und keinen Puschel ankleben), aber “Geschenke” habe ich gefunden. Und das ist wohl eher Osterbrauch. Am frühen Abend hat uns eine Kundin mit kleinem Kind um die Zeche geprellt: als ich sie abkassieren wollte, war sie schon verschwunden. Tja, blöderweise hat ihr Kind bei uns einen Handschuh vergessen… Ob das die Zechprellerei wert war? Ich denke nicht.

Schwarz, Weiß und das Gegenteil

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Schade, als ich heute joggen war, hat es schon nicht mehr geschneit. Aber auf manchen Wegen waren meine Spuren die einzigen und ich mag es, wenn der Schnee unter den Schuhen knirscht. Außerdem lassen sich vereiste Flächen joggend leichter überwinden als gehend. Oder laufend. Sprachspiele. So wie die Milchkanne voll Vollmilch. Oder eben das Gegenteil: schwarze Milch. Womit ich mal wieder bei einem Gedicht wäre; einem Gedicht, das mich sehr fasziniert, weil es mit einer Leichtigkeit unfassbares Grauen in Worte fasst.

Todesfuge
Paul Celan

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus und spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr anderen singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamit