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Mai, 2013

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Einstellungssache

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Zur Eröffnung des neuen Drogeriemarktes in Giesing war gefühlt ganz München im Laden. Ich habe mich mit einigen Kunden unterhalten, die ob der Menschenmenge völlig gestresst waren. Hm, finde den Fehler… Für mich war es nicht besonders anstrengend und ich habe alle Kunden mit einem strahlenden Lächeln begrüßt. Ich war tiefenentspannt. Das ist auch einer älteren Dame aufgefallen, die meinte, dass es Einstellungssache ist, ob man sich stressen läßt oder eben nicht. So sieht es aus! Mir hat es total Laune gemacht, das Gewusel um mich herum zu beobachten und dem einen und der anderen ein gutes Gefühl zu geben. Diese Arbeit macht mir Spaß.

Ende letzten Jahres habe ich mit meinen zwei Mädels ausgemacht, dass wir meinen Geburtstag zusammen feiern. Sie sind meine ältesten Freundinnen, die eine seit der Grundschule, und die letzten Jahre ist es durch berufliche und familiäre Verpflichtungen selten dazu gekommen, dass wir uns jedes Jahr mindestens ein Mal sehen und zusammen in Urlaub fahren. Jetzt aber! Bei jedem Vorstellungsgespräch, das ich in den letzten Monaten geführt habe, habe ich gesagt, dass ich Ende Mai für ein paar Tage weg bin. Das war nirgendwo ein Problem. Tja, im Drogeriemarkt hatte ich es auch bekannt gegeben, allerdings ist es im Zuge der Filialeröffnung und des Umzuges untergegangen.

Normalerweise bekommt man seine Arbeitszeiten rechtzeitig, so dass man die nächsten Wochen planen kann. Das ist aus o.g. Gründen aktuell nicht der Fall. Als ich meine Zeiten bekommen habe, soll ich meinen geplanten Urlaub durcharbeiten! Also bin ich zum nächstmöglichen Termin zu meiner Vorgesetzten und habe gesagt, dass ich nicht da bin. Und auch wenn es ihr nicht Recht war, dass sie umplanen muss, so hat sie mir dennoch frei gegeben. Was in der Probezeit nicht unbedingt die Regel ist. Sie meinte: “Ich brauche sie hier” und war ziemlich ärgerlich, dass sie den Dienstplan umschreiben muss. Aber: sie hat mir frei gegeben und ich hatte den Eindruck, dass meine Arbeit dort für sie wichtig ist, damit alles funktioniert. Das ist ein schönes Gefühl.

“Ich hätte gerne ein kleines Wildschwein.”

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Mittags habe ich mir den Trubel der Neueröffnung in Obergiesing angeguckt; ich arbeite erst heute nachmittag. Unglaublich, wieviele Leute da rumspringen! Als ob es morgen nichts mehr gäbe… (Die 10 %-Rabatt gibt es bis 25. Mai. Also nicht nur heute…) Ich bin gespannt.

Auf dem Heimweg habe ich mir beim Bäcker um die Ecke noch ein Brötchen gekauft. Bei der Verkäuferin habe ich bestellt: “Ich hätte gerne ein kleines Wildschwein.” Drei Verkäuferinnen gucken mich mit fragendem Blick an. “Ich hätte gerne einen Frischling”, löse ich für sie meine Bestellung auf. Ich kann ja auch nix dafür, wenn sie ihre Semmeln nach Tierbabys benennen.

Die Ruhe vor dem (An)Sturm

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Gestern war ich in der neuen Drogerie-Filiale, die morgen eröffnet wird. Sie ist riesig! Und auf zwei Ebenen! Die Regale sind alle eingeräumt, Handwerker verlegen die letzten Kabel, und ich bin in aller Ruhe durch die Regale geschlürt. Alles wartet auf den Kundenansturm. Ich bin gespannt.

Besser als Kino!

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Gestern Abend hatte ich das Glück, Dieter Hildebrandt in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft live erleben zu dürfen. Das war besser als Kino! Und ganz großes Kino! Solange ich denken kann, haben sich meine Eltern seine Kabarettsendungen im Fernsehen angesehen; er begleitet mich quasi von Kindesbeinen an. Auch wenn er behauptet, und das der Titel seines aktuellen Programms ist: “Ich kann doch auch nichts dafür.”

Zum Muttertag

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… eine Rose für meine Mama; dieses Mal virtuell.

Was für eine Begrüßung!

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Was für ein positiver Einstieg! Das Anschreiben zu meinem neuen Arbeitsvertrag beginnt mit “Sie haben uns überzeugt: Wir freuen uns, Ihnen einen Arbeitsplatz … anbieten zu können.” Da freu ich mich!

Nein, die Blumen gab es nicht auch noch dazu; die sind von meiner Mama.

Er war schon da. Und er kommt auch wieder. Versprochen!

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Es war schon Frühling. Auch wenn es sich jetzt gerade so anfühlt, als wäre erst einmal Weihnachten und nicht Ostern. Es liegt wieder Schnee und es schneit gerade noch weiter.

An einem Sonntag Mitte März war ich in der warmen Luft joggen. Auf meinem Rückweg stehe ich am Freibad direkt am Zaun und gucke den Grünfinken bei der Balz zu; in meinem Rücken der unaufhörliche Strom sonntäglicher Spaziergänger. Dann eine Stimme: “Entschuldigung, können Sie mir sagen, wo die Sommerstraße ist?” Ich drehe mich um und sehe eine Frau, die direkt auf mich zukommt. Weder war ich der einzige Mensch auf der Straße, noch bin ich auf sie zugelaufen. Dennoch spricht sie mich an. Eigentlich müsste ich mich nicht mehr darüber wundern, dass ich sogar von hinten angesprochen und nach irgendetwas gefragt werde… Es wundert mich aber immer noch. Immer wieder. Ich zeige ihr den Weg, sie bedankt sich und stapft in die angegebene Richtung davon. Spaziergänger laufen an mir vorbei.

Und bei dieser Formulierung fällt mir “Weltende” ein.

Weltende
Jacob van Hoddis

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Tag 1 beim neuen Arbeitgeber

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Heute war mein erster offizieller Arbeitstag beim Drogeriemarkt. Ich werde in einer anderen Filiale eingearbeitet, weil “meine” alte Filiale geschlossen und die neue, größere am 16. Mai eröffnet wird; direkt neben meinem alten Arbeitgeber, dem Bäcker. Auch in der Leihfiliale ist es ein junges, sehr entspanntes und freundliches Team. Am Anfang wurde mir ausführlich die Arbeit allgemein und die Vorgehensweise, z.B. mit den Kassen, erklärt. Mit meinen Zwischenfragen bin ich immer mitten rein gegrätscht und habe alle kompetent und zuvorkommend beantwortet bekommen. Danach hatte ich genügend Zeit, alle Belehrungen zu lesen und zu unterschreiben. Anschließend habe ich noch ein paar Päckchen ausgepackt und bin in die Kassiertätigkeit eingewiesen worden.

Das wollte ich auch immer mal machen! Die Einkäufe über den Scanner ziehen. Aus diesem Grund habe ich mich vor ein paar Monaten bei der GfK angemeldet, denen ich all meine Einkäufe einscanne und die Daten anschließend über ihre App schicke. Da bin ich dann im Durchschnitt. Irgendwie.

Die Scannerei hier ist allerdings etwas anders; und die Kunden waren sehr geduldig mit mir, wenn ich das Produkt nicht gleich richtig aufgelegt hatte. Ja, es macht mir Spaß, ich kann die Leute anstrahlen, mit ihnen quatschen und die Zeit geht auch schnell um.

Voll Freude, dass ich heute Geld verdient habe, bin ich nach Hause gefahren. Und dann hat noch ein Marktforschungsinstitut angerufen, für das ich auch schon öfter an Produkttests teilgenommen habe und hat mir einen Interviewtermin für SA Mittag bestätigt. Und dann hat noch der Leiter eines anderen Marktforschungsinstituts angerufen, bei dem ich mich unverbindlich und zwischen Tür und Angel beworben habe, ob ich nicht nächsten MI Zeit hätte für eine Befragung, also, diese durchzuführen? Na, klar! Auch das wollte ich schon immer mal machen.

Und weil´s so schön war, gibt es heute das erste Mal Spargel! Mit Kartoffeln, Butter und gekochtem Schinken. Das nächste Mal dann mit Rührei. Oder mit Parmesan. Oder gebraten mit Frühlingszwiebeln und Tomaten. Oder mit Sauce Hollandaise. Gut, dass die Spargelsaison gerade erst angefangen hat! Hach, ich freu mich jetzt schon auf´s Schälen!

Anschwimmen 2013

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Eigentlich wollte ich am Ersten Mai wandern gehen; bin aber versetzt worden. Also habe ich genutzt, dass am 1. Mai die Freibadsaison in München eröffnet wird und war schwimmen. Das Freibad war ziemlich voll; lauter bleiche Leiber lagen herum. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern… Oder auch nicht – wenn das Wetter so bleibt wie aktuell, mit grauem Himmel und Regen. Was mir natürlich mehr als Recht ist, da weniger Leute im Wasser sind und ich im Becken mehr Platz habe. Auch wenn es sehr schön ist, nach dem Schwimmen noch ein bisschen in der Sonne zu liegen.

Auf der Straße zum Bad kam mir eine Frau entgegen, die offensichtlich vor kurzem aus dem Becken gekommen war, denn sie hatte noch den Brillenabdruck im Gesicht. Sie sah aus wie ein Frettchen. Frettchen? Da fällt mir doch ein Gernhardt-Gedicht ein – und die Meisen haben ihre  Nistkästen auch schon bezogen.

Folgen der Trunksucht
Robert Gernhardt

Seht ihn an, den Texter.
Trinkt er nicht, dann wächst er.
Mißt nur einen halben Meter -
weshalb, das erklär ich später.

Seht ihn an, den Schreiner.
Trinkt er, wird er kleiner.
Schaut, wie flink und frettchenhaft
er an seinem Brettchen schafft.

Seht ihn an, den Hummer.
Trinkt er, wird er dummer.
Hört, wie er durchs Nordmeer keift,
ob ihm wer die Scheren schleift.

Seht sie an, die Meise.
Trinkt sie, baut sie Scheiße.
Da! Grad rauscht ihr drittes Ei
wieder voll am Nest vorbei.

Seht ihn an, den Dichter.
Trinkt er, wird er schlichter.
Ach, schon fällt ihm gar kein Reim
auf das Reimwort “Reim” mehr eim.