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Juni, 2013

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Stammdaten, mein Name, Wurzeln und Zeit

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Jetzt habe ich ihn schon so lange – und ich habe mich immer noch nicht an die Schreibweise meines Nachnamens gewöhnt. Ich vergleiche Buchstabe um Buchstabe. Umso verwunderter war ich, als ich in den letzten Tagen die E-Mail einer Versicherung bekommen habe, dass sie für die Entsorgung des Baumes und die Wiederherstellung des Zaunes aufkommen würden.

???

Erst wollte ich diese Mail als Spam abtun, dann habe ich gegoogelt, ob es sich um Hoax handelt. Nichts davon. Unter der angegebenen Telephonnummer der Versicherung bin ich in einer Warteschleife gelandet. Daraufhin habe ich eine E-Mail geschrieben, dass ein Mitarbeiter dieser Versicherung in keinem Fall mit mir gesprochen habe. In deren Antwort-Mail wurde darauf hingewiesen, dass diese Mail die Bestätigung eines weiteren Telephonats mit meinem Mann (??) sei.

???

Ganz schön viele Fragezeichen.

Also habe ich den angegebenen Namen gegoogelt und tatsächlich Namensverwandte in Rheinland-Pfalz gefunden und unter der Telephonnummer auch tatsächlich mit der Frau telephoniert. Sie hat es erst für einen Scherz gehalten. Kann ich verstehen! Mir ging es ähnlich. Ich habe meine erhaltenen E-Mails an deren Adresse weitergeleitet und hoffe, dass wir uns irgendwann auch mal kennenlernen. Wenn unser beider Wurzeln doch in und um Ostpreußen liegen und es landschaftlich ganz bezaubernd sein soll.

Da hab ich doch gleich das Ostpreußenlied im Ohr. (Ich muss ja nicht singen…)

Das Ostpreußenlied
Herbert Brust

Land der dunklen Wälder
und kristallnen Seen;
über weite Felder
lichte Wunder gehn.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug;
über Ackerbreiten
streicht der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit;
Elche steh`n und Lauschen
in die Ewigkeit.

Tag hat angefangen
über Haff und Moor;
Licht ist aufgegangen,
steigt im Ost empor.

Heimat wohlgeborgen
zwischen Strand und Strom,
blühe heut’ und morgen
unterm Friedensdom.

Und dann frage ich mich, was ist Heimat? Ist es ein Ort oder ein Gefühl? Oder sind es die Menschen um einen herum? Hm. Noch mehr Fragezeichen in meinem Hirn. Und kann man etwas vermissen, dass man in dieser besungenen Form gar nicht kennt? Oder ist das nur meine Interpretation? Ich glaube nicht, dass “früher alles besser war”, aber ich wollte heute auch kein Schulkind mehr sein. Es ist gut so wie es jetzt ist. Und das ohne “eigentlich”.

Daher ist mir auch eine Werbung von BlackBerry sehr negativ aufgefallen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein, ICH will nicht immer beschäftigt sein und das am besten noch mit mehreren Sachen. Und wenn ich z.B. Tatort gucke, will ich Tatort gucken und nicht telephonieren oder nebenbei lesen, was getwittert oder in sonstiger Form im Internet mitgeteilt wird. Nebenbei funktioniert bei mir nicht. Wenn ich das nämlich tue, habe ich das Gefühl, ich mache nichts “ganz”, habe also weder den Film verfolgt, noch mich an irgendeiner Kommunikation beteiligt, sondern die Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes, totgeschlagen. Und dazu ist mir meine Zeit dann doch zu schade! Dann lieber weniger, bewußter und aufmerksamer. So bleiben für mich Erinnerungen, die Wert sind erinnert zu werden und nicht nur ein diffuses Durch- und Nebeneinander. Das ist mit einer der Gründe, warum ich ohne Knopf im Ohr U-Bahn fahre, warum ich Leuten in die Augen sehe etc. pp.

Mindestens anderthalb Stunden

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Aktuell habe ich ein Vier-Wochen-Abo der F.A.Z. Wenn ich die Wahl habe, lese ich Zeitung lieber auf Papier als am Rechner; dann brauche ich allerdings mind. anderthalb Stunden. Oder eineinhalb. Oder eben mindestens 1,5 Stunden. Eine nette Erklärung zu der Wortform von eins Komma fünf findet sich bei Dr. Bopp. Es dauert. So oder so.

Wenn ich mir dann aber die Zeit nehme, wirklich alles durchzublättern und zu lesen was mich interessiert, finde ich immer etwas.

So wurde unter “Beruf und Chance” vom letzten Wochenende über “Freizeit als Statussymbol” geschrieben. Von meinem Geburtsjahrgang her gehöre ich ganz klar zur Generation X oder auch Generation Golf (geboren zwischen 1966 und 1980); ich kann mich aber eher mit den Einstellungen der Generation Y identifizieren: nicht nur Arbeit und Karriere zählen, sondern es gibt auch ein LEBEN daneben. Nein, nicht stattdessen und nicht danach. Es geht mir nicht darum, NICHT zu arbeiten, sondern ich möchte (mind.) eine sinnvolle Tätigkeit ausüben UND Zeit für mich und meine Freunde (und auch Familie) haben! Ich will die Herrin meiner Zeit sein.

Das hatte ich mir vorgenommen. Das habe ich erreicht. Wichtig für mich ist, mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu sein. Da macht es auch nichts, dass mein Lebenslauf alles andere als – sagen wir – gradlinig ist. Ich bin dabei, mein Leben als Mosaik aus vielen kleinen Steinchen zu gestalten und nicht nur mit Erwerbsarbeit zu füllen.

Und ich bin gespannt, welche Bezeichnung nach Generation Y kommt. Wahrscheinlich Generation Z. Und dann? Zurück auf Anfang? Generation A? Wahrscheinlich steht “A” dann nicht mehr für Apple…

Gummistiefel!

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Sonntag mittag war ich an der Isar spazieren. Vorher bin ich am Schyrenbad vorbei: leer. Nur ein paar Enten haben im Kinderbecken gebadet. Immerhin. Dann durch den Rosengarten zur Isar. Ich wusste ja, dass sie Hochwasser hat, aber so hoch?! Innerhalb kürzester Zeit hatte ich trotz Wanderstiefel nasse Füße. Man kann eigentlich nur noch in Gummistiefeln vor die Tür gehen.

Was, bitte, war das für ein Wonnemonat?

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Ende Mai war ich ob des Wetters in meiner dicken Winterjacke und den Wanderstiefeln unterwegs. Das sind meine einzigen Klamotten, die auch auf längere Sicht wasserdicht und warm sind. Die jungen Vögel sollten jetzt lieber schwimmen als fliegen lernen…

Aber egal. An meinem Geburtstagswochenende war ich in Konstanz bei Freunden. Und da war es völlig egal, was für ein Wetter ist. Hingefahren bin ich mit einem dieser Fernbusse: Ölsardine fällt mir dazu nur ein. Für dieses Strecke ist es allerdings mein Transportmittel Nr. 1: günstig und schnell. Also werde ich mich zur Erntezeit wieder Richtung Bodensee aufmachen. Spätestens. Mindestens.

Es war mein erster Geburtstag seit Jahrzehnten (!), an dem es keinen Erdbeerkuchen gab! Hm, vielleicht sollten sie 2013 “Wasserbeeren” heißen?! Und auch meine Spargelsaison war eher verhalten; aber ich habe ja noch drei Wochen.

Meine neueste kulinarische Entdeckung sind Grüne Smoothies. Bislang wird mein Stabmixer mit der Verarbeitung von Bananen, Äpfeln, Salat, Spinat und auch tiefgefrorenem Obst an seine Belastungsgrenze geführt. Okay, bei Tiefkühlware ist er ausgestiegen. Aber dennoch werde ich mir keinen Turbo- oder Hochleistungsmixer für ein paar Hundert Euro zulegen. Schließlich will ich nicht meine komplette Ernährung auf Rohkost oder Grüne Smoothies umstellen, sondern sie lediglich ergänzen. Ich freu mich schon auf´s weitere Ausprobieren!