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Mai, 2016

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Ganz schön viel für eine knappe Woche…

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Seit einem guten halben Jahr ist mein Vater jetzt im Pflegeheim; und es sieht nicht so aus, dass er noch einmal nach Hause käme. Meine Eltern sind über ein halbes Jahrhundert verheiratet – und meine Mama ist einsam, dort, tief im Odenwald. Also war vor ein paar Wochen im Gespräch, dass sie doch beide hier zu mir nach München in ein Pflegeheim bzw. betreutes Wohnen kommen können. Vor wenigen Wochen habe ich dann angefangen zu suchen und mich informiert, mir Unterlagen schicken lassen und auch ein paar Häuser angesehen.

Diese Woche DI war ich in einem Haus von Münchenstift. Dort bekommt man nur einen Platz, wenn man entweder in München gemeldet ist oder eben im Zuge der Familienzusammenführung, was bei uns der Fall ist. Und dieses Heim ist für die Bedürfnisse meiner Eltern PERFEKT! Für jeden einzeln und für beide zusammen. Und: in ein paar wenigen Wochen kommt eine Frau aus dem betreuten Wohnen auf die Pflegestation, ein Platz für meine Mutter wäre also schnell vorhanden. Mit Männerplätzen, Pflegestufe III, sieht es schon nicht mehr ganz so gut aus… Naja, dann soll eben meine Mutter zuerst kommen und mein Vater dann, wenn es ein Plätzchen für ihn gibt. Diese Entscheidung kann und will ich aber nicht ohne die Zustimmung meiner Mutter treffen; also kommt sie nächste Woche zu mir nach München und am MI haben wir einen Termin zur Hausbesichtigung für sie. Das war der Stand am Dienstagabend.

Am MI hat mich die Heimleiterin angerufen und gesagt, dass ein Mann aus der Pflegestation im Sterben liegt; dieser Platz wäre dann für meinen Vater. Was eine ziemlich bizarre Vorstellung für mich ist, aber so ist es halt. Das geht in jedem Fall schneller als erwartet. Ich habe von Wartezeiten von mehr als einem halben Jahr gehört…

Alles in allem fühlt es sich gut an! Und es ist so hoppla-hopp auf jeden Fall besser als ein wochenlanges Suchen und Harren. Die Situation wird gerade für meine Mutter nicht einfacher oder angenehmer. Natürlich ist es für sie ein Einschnitt! Aber in der Wohnung, in der sie jetzt lebt, nutzt sie auch nur ein Zimmer. Und hat eben keine Ansprache. Und bekommt nicht drei Mal am Tag Essen. Okay, dass muss sie hier nicht nehmen, aber die Möglichkeit besteht. Sie wird weiterhin morgens ihre Haferflocken mit Kirschen und abends meist ein Würstchen essen. Warum auch nicht. Und wenn ich meine Eltern besuchen will, bin ich nicht sechs Stunden mit der Deutschen Bahn inkl. Verspätungen unterwegs, sondern mit der U-Bahn in einer halben Stunde von Tür zu Tür!

Natürlich graut es mir davor, die Wohnung meiner Eltern aufzulösen. Die ganzen Bücher! Aber: wenn die Heimplätze uns so vor die Füße fallen, müssen wir sie doch nehmen!

Und so gab es gestern, neben meinem Geburtstag, auch noch diese guten Nachrichten zu feiern! Das habe ich auch getan, war anschwimmen und habe mir nette Gäste eingeladen. Tja, und beim Abendessen habe ich mir eine Krone lockergebissen. Genau! DIESE Krone, die mich zum Gutachter hat gehen lassen, weil es mein damaliger Zahnarzt nicht hinbekommen hat, dass ich keine Schmerzen mehr habe. Der Zahn ist immer noch empfindlich. Und das wird sich auch nicht mehr ändern. Da habe ich meine Gäste vor die Tür gesetzt und bin zum zahnärztlichen Notdienst. Die Ärztin dort meinte, sie kann mir die Krone nicht ohne Beschädigung entfernen und im Zuge der Gewährleistung soll ich zum dem Zahnarzt gehen, der sie eingesetzt hat. Ich habe kurz umrissen, was das für ein Affentanz war und dass ich IN KEINEM FALL noch einmal zu diesem Arzt gehe. Also hat sie mich an die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns verwiesen – die natürlich am FR diese Woche geschlossen haben wegen Brückentag. Ahhhhhhh. Aber, hey, dadurch, dass ich es in meinem Blog hier geschrieben habe, weiß ich, dass diese Krone gut zwei Jahre in meinem Mund ist. Ich bin gespannt, wie diese Geschichte aus- und weitergeht.

Ich werde mir ein MindMap malen, damit ich die Übersicht behalte über all das, was in den nächsten Wochen auf mich zukommt…

Eine gute Überredung…

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Mein Patenonkel hat mich überredet, am letzten Wochenende doch zur Familienfeier in den Taunus zu kommen. Also habe ich am SA früh noch gearbeitet, bin dann heim, duschen und ab zum Zug. Zum Abendessen war ich bei meiner Mutter, habe im verabredeten Restaurant gewartet und nach kurzer Zeit kam mein Onkel aus Kanada (extra angereist zur Familienfeier) mit meiner Mutter aus dem nächststehenden Auto. Ich habe natürlich nach dem Kennzeichen meiner Mutter Ausschau gehalten und ein WI-Schild komplett übersehen. Egal. Große Wiedersehensfreude, leckeres Essen und ein tiefenentspannter Abend auf unserem Balkon. Schon allein für diesen Abend hätte es sich gelohnt, drei Mal mit der Deutschen Bahn umzusteigen. Hey, ich habe dieses Mal alle Anschlüsse bekommen! Das war beim letzten Mal ja nicht so…

Das Famlienfest am Sonntag war für mich auch relativ entspannt. Ich habe allen erzählt, dass ich meine Eltern zu mir nach München holen will und damit waren die meisten Nachfragen im Keim erstickt. Und wenn nicht – habe ich elegant das Thema gewechselt.

Meine Tante ist dement. Das war das erste Mal, dass ich unmittelbaren Kontakt mit Demenz hatte. Erschreckend, von einer Person aus dem engeren Familienumfeld nicht mehr erkannt zu werden. Ich bin gespannt, wie ich werde…

Sportlicher will ich auf jeden Fall wieder werden! Ich war dieses Jahr noch kein einziges Mal im Freibad! Entweder waren Wintertemperaturen oder ich war nicht in München. Und die letzten Tage hatte ich mit Heimbesichtigungen genug zu tun. Okay, und es war mir zu kalt.

Meine Kellersachen habe ich alle wieder untergestellt und meine Wohnung werde ich auch noch ein bisschen aufpolieren.