Vor gut einer Woche ist meine Mutter – mal wieder – gestürzt und hat sich den Oberschenkelhals gebrochen. Zwei Tage später ist sie operiert worden und liegt seitdem im Krankenhaus. Sie spricht davon, dass sie sterben will. Es ist schwer für mich, sie so zu sehen. Es fällt mir schwer, mich an ihrem Krankenbett zusammenzureißen und sie zu motivieren, dass sie wieder auf die Beine kommt. Neulich habe ich auch an ihrem Bett geweint, weil es mir so weh tut, sie dort so hilflos liegen zu sehen. Da hat sie natürlich mitgeweint, weil sie nicht sehen kann, dass es mir schlecht geht. An einem anderen Tag will sie dann wieder auf die Beine kommen, denn sie ist erst vor vier Wochen im Heim umgezogen und wohnt jetzt in der Hausgemeinschaft mit gemeinsamem Essen, Betreuung und Bespaßung. Und dort gefällt es ihr gut.

Ich weiß nicht, was das Beste für sie ist. Oder für mich. Es belastet mich sehr.

Ich glaube nicht, dass sie schon bereit ist zu gehen. Wenn ich ihr einen Joghurt bringe und den Löffel vor den Mund halte, macht sie immer brav das Schnäbelchen auf. Und bei meinem Vater haben wir beide gesehen, dass es nicht einfach ist zu gehen. Ich wünsche mir so sehr, dass sie wieder zurück in ihre Gemeinschaft kommt! Dort stoßen sie jeden Abend auf ihre schnelle Genesung an. Vielleicht hilft´s.