Es war schon Frühling. Auch wenn es sich jetzt gerade so anfühlt, als wäre erst einmal Weihnachten und nicht Ostern. Es liegt wieder Schnee und es schneit gerade noch weiter.

An einem Sonntag Mitte März war ich in der warmen Luft joggen. Auf meinem Rückweg stehe ich am Freibad direkt am Zaun und gucke den Grünfinken bei der Balz zu; in meinem Rücken der unaufhörliche Strom sonntäglicher Spaziergänger. Dann eine Stimme: “Entschuldigung, können Sie mir sagen, wo die Sommerstraße ist?” Ich drehe mich um und sehe eine Frau, die direkt auf mich zukommt. Weder war ich der einzige Mensch auf der Straße, noch bin ich auf sie zugelaufen. Dennoch spricht sie mich an. Eigentlich müsste ich mich nicht mehr darüber wundern, dass ich sogar von hinten angesprochen und nach irgendetwas gefragt werde… Es wundert mich aber immer noch. Immer wieder. Ich zeige ihr den Weg, sie bedankt sich und stapft in die angegebene Richtung davon. Spaziergänger laufen an mir vorbei.

Und bei dieser Formulierung fällt mir “Weltende” ein.

Weltende
Jacob van Hoddis

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.