Jetzt habe ich ihn schon so lange – und ich habe mich immer noch nicht an die Schreibweise meines Nachnamens gewöhnt. Ich vergleiche Buchstabe um Buchstabe. Umso verwunderter war ich, als ich in den letzten Tagen die E-Mail einer Versicherung bekommen habe, dass sie für die Entsorgung des Baumes und die Wiederherstellung des Zaunes aufkommen würden.

???

Erst wollte ich diese Mail als Spam abtun, dann habe ich gegoogelt, ob es sich um Hoax handelt. Nichts davon. Unter der angegebenen Telephonnummer der Versicherung bin ich in einer Warteschleife gelandet. Daraufhin habe ich eine E-Mail geschrieben, dass ein Mitarbeiter dieser Versicherung in keinem Fall mit mir gesprochen habe. In deren Antwort-Mail wurde darauf hingewiesen, dass diese Mail die Bestätigung eines weiteren Telephonats mit meinem Mann (??) sei.

???

Ganz schön viele Fragezeichen.

Also habe ich den angegebenen Namen gegoogelt und tatsächlich Namensverwandte in Rheinland-Pfalz gefunden und unter der Telephonnummer auch tatsächlich mit der Frau telephoniert. Sie hat es erst für einen Scherz gehalten. Kann ich verstehen! Mir ging es ähnlich. Ich habe meine erhaltenen E-Mails an deren Adresse weitergeleitet und hoffe, dass wir uns irgendwann auch mal kennenlernen. Wenn unser beider Wurzeln doch in und um Ostpreußen liegen und es landschaftlich ganz bezaubernd sein soll.

Da hab ich doch gleich das Ostpreußenlied im Ohr. (Ich muss ja nicht singen…)

Das Ostpreußenlied
Herbert Brust

Land der dunklen Wälder
und kristallnen Seen;
über weite Felder
lichte Wunder gehn.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug;
über Ackerbreiten
streicht der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit;
Elche steh`n und Lauschen
in die Ewigkeit.

Tag hat angefangen
über Haff und Moor;
Licht ist aufgegangen,
steigt im Ost empor.

Heimat wohlgeborgen
zwischen Strand und Strom,
blühe heut’ und morgen
unterm Friedensdom.

Und dann frage ich mich, was ist Heimat? Ist es ein Ort oder ein Gefühl? Oder sind es die Menschen um einen herum? Hm. Noch mehr Fragezeichen in meinem Hirn. Und kann man etwas vermissen, dass man in dieser besungenen Form gar nicht kennt? Oder ist das nur meine Interpretation? Ich glaube nicht, dass “früher alles besser war”, aber ich wollte heute auch kein Schulkind mehr sein. Es ist gut so wie es jetzt ist. Und das ohne “eigentlich”.

Daher ist mir auch eine Werbung von BlackBerry sehr negativ aufgefallen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein, ICH will nicht immer beschäftigt sein und das am besten noch mit mehreren Sachen. Und wenn ich z.B. Tatort gucke, will ich Tatort gucken und nicht telephonieren oder nebenbei lesen, was getwittert oder in sonstiger Form im Internet mitgeteilt wird. Nebenbei funktioniert bei mir nicht. Wenn ich das nämlich tue, habe ich das Gefühl, ich mache nichts “ganz”, habe also weder den Film verfolgt, noch mich an irgendeiner Kommunikation beteiligt, sondern die Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes, totgeschlagen. Und dazu ist mir meine Zeit dann doch zu schade! Dann lieber weniger, bewußter und aufmerksamer. So bleiben für mich Erinnerungen, die Wert sind erinnert zu werden und nicht nur ein diffuses Durch- und Nebeneinander. Das ist mit einer der Gründe, warum ich ohne Knopf im Ohr U-Bahn fahre, warum ich Leuten in die Augen sehe etc. pp.