Was will man denn an diesem angeblich heißesten Wochenende des Jahres machen? Ich habe mittags 1,5 Stunden draußen im Schatten gelegen und gelesen; das hat gereicht. Dann bin ich an der Isar Richtung Zoo gelaufen; im Schatten. An der Isar war eine Stimmung wie im Freibad. Und auch das Freibad war so voll wie noch nie. Viel zu viele Menschen. Wie will man da denn noch schwimmen? Aber darum geht es wahrscheinlich nicht.

Dagegen war es im Tierpark angenehm leer, so kurz vor Schluß. Ein Erdmännchen hat wieder vor sich hingedöst, der Aufpasser hat jedem Besucher genau in die Augen geschaut – und natürlich aufgepaßt.

Aufgepaßt hat auch Giraffenbulle Togo. In der (relativ) neuen Giraffensavanne habe ich direkt an der Glasscheibe mit ein bisschen Abstand vor dem Giraffen”baby” Naledi gestanden. Sie stand ein bisschen gebückt und wir waren fast auf Augenhöhe. Ich bin in ihren braunen Augen versunken… Togo beobachtet. Irgendwann geht Naledi zwei Schritte zurück und ihre Mutter, Giraffendame Kabonga, die vorher gefressen hat, kommt genau auf mich zu. Sie bückt sich zu mir herunter und schaut mir direkt in die Augen. Sie verbeugt sich zweimal und schaut mich dabei die ganze Zeit an. Völlig fasziniert verharre ich vor der Glasscheibe. Aus den Augenwinkeln bemerke ich die verwunderten Blicke der anderen Besucher. Ich bin wie verzaubert und gehe zum Ausgang. Als ich mich noch einmal umdrehe, haben sich Mutter und Kind von der Scheibe entfernt. Togo guckt mich immer noch an. Und beobachtet mich auch, als ich an der Giraffensavanne vorbeilaufe. Nein, das habe ich mir nicht eingebildet.

Eigentlich reagieren eher Vögel auf mich; in Neuseeland ist z.B. in einem Tierpark ein Kiwi mit Namen Atu direkt auf mich zugelaufen und hat vor mir an die Scheibe geklopft. Die vom Zoo gestellte Führerin hat dazu gemeint, dass sie so etwas noch nie erlebt hätte. Na gut, das nehme ich mal so hin.

Im Freibad ist es mir auch schon passiert, dass ich mit einem Entenpaar geschwommen bin. Diese haben sich durch meine Anwesenheit nicht stören lassen und ich konnte sie von unten begucken. Lustig. Neulich wurde aber auch das noch getoppt: eine Entenmutter hat ihren sieben (!) Jungen das Freibad gezeigt. Eigentlich war ich mit meinen Schwimmrunden schon fertig, aber da bin ich dann noch neben der Entenfamilie hergeschwommen und habe die Mutter und die Kleinen von oben und unten beguckt. Sehr süß! Die Enten haben sich weder von mir noch von den anderen Badegästen stören lassen.