Die ersten Nächte “danach” habe ich tief und traumlos und völlig erschöpft geschlafen. Mama und ich haben auch schon viel organisiert: Bestatter, Trauerfeier, Grabstätte, Grabstein etc. pp. Was da alles zu tun ist! Das Gute daran ist, dass ich beschäftigt bin.

Gestern habe ich ein Gedicht gefunden, das ich mir damals aus AKZENTE – Zeitschrift für Dichtung abgeschrieben habe. Die Zusammenfassung, die dicken Bände mit dem ganz dünnen Papier, stehen irgendwo bei mir im Keller. In einer Kiste mit den Sachen meines Vater… Dieses Gedicht habe ich damals auf dem grauen Umweltpapier mit der Schreibmaschine abgekleppert, als ich mir das Zehn-Finger-System beigebracht habe. Mit einer unendlich lauten elektrischen Schreibmaschine. War die laut! Wenn ich an der Stelle meiner Mutter gewesen wäre, wäre ich längst ausgeflippt. Aber sie hat das Brummen und Anschlagen der Tasten geduldig ertragen. Auch Danke dafür!

 

Wladimir Majakowskij

 

Es gibt noch wenig Lust

auf unserm Stern.

Man muss

die Freude

aus der Zukunft

reißen.

In diesem Leben

stirbt man leicht und gern.

Bedeutend schwerer ist:

das Leben meistern.

Papa, Du fehlst mir.