Heute war die Beisetzung meines Vater. Endlich! Vier Wochen nach seinem Tod war es wirklich an der Zeit, aber da ich auf die Anwesenheit meines Patenonkels Wert gelegt habe und er gesundheitlich erst zu diesem Termin konnte, haben wir eben bis Mitte November gewartet. Mein Vater wurde verbrannt; von daher war es egal.

Sehr merkwürdig. Jetzt liegt seine Asche in einer Urne auf dem Friedhof. Von mir aus hätte es auch eine Nivea-Dosen sein können; darin hätte ich ihn erkannt. Er sich erkannt. Und wenn auf dem Kranz von meiner Mutter und mir “In Liebe, Dein Weib und der Zipfel” gestanden hätte, hätten sie bei meinem Namen auch keinen Schreibfehler gemacht. Unglaublich! Das darf nicht passieren! Finde ich.

Es war eine kleine, feine und intime Feier. Die Referentin hat meinen Vater gut dargestellt, ich habe ihn erkannt.

Mein Onkel hat gesagt, in den nächsten Tagen fällt es wie ein Stein von mir ab. Darauf hoffe ich. Und morgen geh ich beim Bestatter vorbei… Zorn ist heiß. Und lebendig. Und das ist gut. Auch wenn es an dieser Stelle unnötig gewesen wäre…

Ruhe Du in Frieden! Wo immer Du bist, es geht Dir gut. Das weiß ich. Ich hab Dich lieb.

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.