Eigentlich vermeide ich es, samstags in die Stadt zu gehen. Heute musste ich noch ein paar Dinge besorgen, also bin ich gegen Mittag über die Isar gelaufen. Und was sehe ich? Es wird nicht nur auf dem Eisbach gesurft, sondern auch auf der Isar an der Wittelsbacher Brücke!

In der Nähe vom Stachus werde ich von einer jungen Frau angesprochen, mit der ich im Vorbeigehen Verstecken an einer Säule gespielt habe. Dann kommt sie mit ihrem uno-Flüchtlingshilfe-Anhänger doch auf mich zu. Ach nein, ich habe gerade keine Lust, an einer Umfrage teilzunehmen; und das sage ich ihr auch. Da meint sie: “Och, wir können uns auch so unterhalten.” Ich würde so freundlich aussehen… Ich? Freundlich? Heute? Ich bin erkältet, meine Nase läuft und mein Rücken tut weh. Und das sage ich ihr auch. Das würde man mir gar nicht ansehen. Na, dann. Wir quatschen ein paar Minuten.

Später stehe ich in der Stadtmitte in einem Kaufhaus und überlege, wo ich Halstabletten finde. Da kommt eine kleine Frau auf mich zu und wedelt mit ihrer Seife vor meiner Nase: “Kasse, bitte?” Ich zeige auf die Kasse ein paar Meter weiter und sie wackelt mir zuwinkend dorthin.

Durch die Fußgängerzone werde ich nicht gehen; schließlich war heute München-Marathon. Die Stadt ist voll. So wie wahrscheinlich jeden Samstag. Über Schleichwege laufe ich zur Schrannenhalle und kaufe im Milka-Laden ein bisschen Schokolade. “2,10 €”, meint die Dame an der Kasse. Ich lege ihr einen 20 €-Schein auf die Theke, nachdem ich mein Kleingeld durchgesehen habe. “Oh, schade, ich habe nur 2,09 €.” “Dann geben Sie mir das”, sagt sie, schiebt mir den Schein hin und nimmt ein Cent-Stück aus ihrer Trinkgeldkasse. Das finde ich nett!

Kaum bin ich die Treppe hochgelaufen, steht ein mind. 2,50 m großer Mann mit mind. einem Meter Schulterbreite vor mir und schiebt mir ein Stück Schokolade in den Mund. Im Hinausgehen sehe ich noch einen auf Stelzen. Genüsslich lasse ich die Schokoladenpyramide in meinem Mund zergehen.