Beiträge mit dem Tag ·

Arbeitsbedingungen

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Die Sache mit der Wertschätzung

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Seit Anfang November arbeite ich jetzt in der neuen Filiale. Eigentlich wollte ich nicht wechseln, aber in der alten Filiale war der Umsatz zu gering, zu viele Mitarbeiter, zu viele Stunden und in meiner jetzigen Filiale haben sie jemanden für 30 Stunden gesucht. Zwei Mitarbeiter standen zur Auswahl: eine neue Mitarbeiterin, die in manchen Bereichen noch eingelernt werden muss und eben ich. Da ich in dieser Filiale schon ein paar Mal ausgeholfen habe und sowohl die Chefin als auch die Stellvertreterin wie auch ein paar vom Team kannte – und sie mich (!) wollten – bin ich eben versetzt worden. Nein, wirkliche Mitsprache hatte ich an dieser Stelle nicht. Als meine damalige Chefin mit eröffnet hat, dass ich wechseln muss, habe ich es im Gespräch vom Kopf her gut verstanden; nachts hat es mir den Boden weggezogen und ich hab wieder heulend im Bett gelegen… “Sie wollen mich nicht. Ich bin nicht gut genug.” Etc. pp. All diese alten Gefühle, die hochkamen und denen ich in diesem Augenblick völlig hilflos ausgeliefert war. Natürlich habe ich versucht, mit dem Verstand dagegen anzugehen und mir die positiven Sachen aufgezählt: sauberes Lager; früherer Arbeitsbeginn; Tageslicht bei der Arbeit; kleines Team.

Nach einer durchheulten Nacht war´s gut. Sicherheitshalber habe ich am nächsten Morgen einen Termin bei meiner Therapeutin ausgemacht – und auch schnell bekommen – aber bis dahin hatte ich es schon gut selbst weggesteckt.

Und im Nachhinein muss ich sagen, dass sich die Filiale von Juli bis November irgendwie immer wie ein Provisorium angefühlt hat. So war´s ja auch! Und in meiner jetzigen Filiale fühle ich mich richtig wohl! Sowohl mit dem Team als auch mit den Chefinnen und den Kunden. Und was mir besonders gut gefällt, ist die Wertschätzung, die mir entgegengebracht wird. Wie wichtig das ist! Und in wievielen Jobs das eben NICHT gegeben ist. Das kenne ich durchaus aus eigener Erfahrung…

Anscheinend hab ich grad einen Lauf.

Heiligabend habe ich mit meiner Mama gefeiert und sie bei mir zum Essen eingeladen. Sie hat das erste Mal Raclette gegessen – und es hat ihr geschmeckt! Es war rundherum ein gelungener Tag, auch wenn sie mit einer guten Stunde Verspätung bei mir vor der Tür gestanden hat. Wir haben erst einmal Kaffee getrunken und an meinem Tisch gesessen und geplaudert. Das war total entspannt und entspannend. Ich war vorher schon ganz schön nervös. Warum eigentlich? Hm.

Später hab ich meine Mutter vor dem Fernseher geparkt, ihr die Nägel lackiert und mich ums Essen gekümmert; war ja auch überschaubar. Und sehr lecker! Nach dem Essen gab´s Bescherung: ich hatte ganz viele Päckchen für meine Mama und habe mit allem richtig gelegen. Sie hat über´s ganze Gesicht gestrahlt. Und ich hab mich über sie und an ihr gefreut! Natürlich gab es auch ein paar wehmütige Momente, z.B. als sie gemeint hat, dass Raclette meinem Vater auch geschmeckt hätte. Er mochte am liebsten Kartoffeln und wurde früher von mir zu Weihnachten mit Fondue gequält. Oder dem Kartoffel- und dem Rindfleischsalat meiner Mutter, die legendär sind! Da fehlte ihm ein großes Stück Fleisch. Das hatte ich jetzt nicht, aber rohen Schinken, Garnelen, Zwiebeln etc. Muskat nicht zu vergessen!

Am ersten Feiertag habe ich nichts gemacht; bin nur mal zwei Stunden spazieren gewesen.

Am zweiten Feiertag war ich bei einer Freundin zum Ente essen eingeladen. Da muss man mich nicht zweimal fragen! Sehr lecker! Und wir haben gleich Silvester geplant. Also, was wir essen wollen… Da freu ich mich auch drauf!

Dieses Jahr habe ich irgendwie nicht wirklich mitbekommen. Ich hatte ab Mitte des Jahres schon mehr Energie als am Anfang (ach!), aber einen neuen Job anzufangen resp. in einer neuen Filiale mit neuen Kollegen, neuen Abläufen, neuen Kunden usw. ist schon ziemlich anstrengend. Aber seit ich im Juli gewechselt habe und in der Woche fünf Stunden mehr arbeite, hatte ich mehr Zeit und Energie für andere Sachen. Das fiel mir aber erst auf, nachdem es vorbei war… Die letzten Monate in meiner ersten Filiale habe ich wirklich nur noch gearbeitet. Und mich ausgeruht. Weil der Stress dort mich völlig lahmgelegt hat. Und ich immer noch der Meinung bin, dass ich von der Vorgesetzten gemobbt wurde. Aber das lasse ich jetzt auf sich beruhen. Ich habe alles versucht, um mit der damaligen Situation zurechtzukommen und letzten Endes die Konsequenz gezogen: und bin gegangen.

Daher weiß ich jetzt umso mehr zu schätzen, wie wichtig ein wertschätzendes Miteinander für mich ist.

Und nachdem meine Basis wieder gefestigt ist  – wird sich auch alles andere finden…

Einstellungssache

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Zur Eröffnung des neuen Drogeriemarktes in Giesing war gefühlt ganz München im Laden. Ich habe mich mit einigen Kunden unterhalten, die ob der Menschenmenge völlig gestresst waren. Hm, finde den Fehler… Für mich war es nicht besonders anstrengend und ich habe alle Kunden mit einem strahlenden Lächeln begrüßt. Ich war tiefenentspannt. Das ist auch einer älteren Dame aufgefallen, die meinte, dass es Einstellungssache ist, ob man sich stressen läßt oder eben nicht. So sieht es aus! Mir hat es total Laune gemacht, das Gewusel um mich herum zu beobachten und dem einen und der anderen ein gutes Gefühl zu geben. Diese Arbeit macht mir Spaß.

Ende letzten Jahres habe ich mit meinen zwei Mädels ausgemacht, dass wir meinen Geburtstag zusammen feiern. Sie sind meine ältesten Freundinnen, die eine seit der Grundschule, und die letzten Jahre ist es durch berufliche und familiäre Verpflichtungen selten dazu gekommen, dass wir uns jedes Jahr mindestens ein Mal sehen und zusammen in Urlaub fahren. Jetzt aber! Bei jedem Vorstellungsgespräch, das ich in den letzten Monaten geführt habe, habe ich gesagt, dass ich Ende Mai für ein paar Tage weg bin. Das war nirgendwo ein Problem. Tja, im Drogeriemarkt hatte ich es auch bekannt gegeben, allerdings ist es im Zuge der Filialeröffnung und des Umzuges untergegangen.

Normalerweise bekommt man seine Arbeitszeiten rechtzeitig, so dass man die nächsten Wochen planen kann. Das ist aus o.g. Gründen aktuell nicht der Fall. Als ich meine Zeiten bekommen habe, soll ich meinen geplanten Urlaub durcharbeiten! Also bin ich zum nächstmöglichen Termin zu meiner Vorgesetzten und habe gesagt, dass ich nicht da bin. Und auch wenn es ihr nicht Recht war, dass sie umplanen muss, so hat sie mir dennoch frei gegeben. Was in der Probezeit nicht unbedingt die Regel ist. Sie meinte: “Ich brauche sie hier” und war ziemlich ärgerlich, dass sie den Dienstplan umschreiben muss. Aber: sie hat mir frei gegeben und ich hatte den Eindruck, dass meine Arbeit dort für sie wichtig ist, damit alles funktioniert. Das ist ein schönes Gefühl.

Was für eine Begrüßung!

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Was für ein positiver Einstieg! Das Anschreiben zu meinem neuen Arbeitsvertrag beginnt mit “Sie haben uns überzeugt: Wir freuen uns, Ihnen einen Arbeitsplatz … anbieten zu können.” Da freu ich mich!

Nein, die Blumen gab es nicht auch noch dazu; die sind von meiner Mama.

Tag 1 beim neuen Arbeitgeber

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Heute war mein erster offizieller Arbeitstag beim Drogeriemarkt. Ich werde in einer anderen Filiale eingearbeitet, weil “meine” alte Filiale geschlossen und die neue, größere am 16. Mai eröffnet wird; direkt neben meinem alten Arbeitgeber, dem Bäcker. Auch in der Leihfiliale ist es ein junges, sehr entspanntes und freundliches Team. Am Anfang wurde mir ausführlich die Arbeit allgemein und die Vorgehensweise, z.B. mit den Kassen, erklärt. Mit meinen Zwischenfragen bin ich immer mitten rein gegrätscht und habe alle kompetent und zuvorkommend beantwortet bekommen. Danach hatte ich genügend Zeit, alle Belehrungen zu lesen und zu unterschreiben. Anschließend habe ich noch ein paar Päckchen ausgepackt und bin in die Kassiertätigkeit eingewiesen worden.

Das wollte ich auch immer mal machen! Die Einkäufe über den Scanner ziehen. Aus diesem Grund habe ich mich vor ein paar Monaten bei der GfK angemeldet, denen ich all meine Einkäufe einscanne und die Daten anschließend über ihre App schicke. Da bin ich dann im Durchschnitt. Irgendwie.

Die Scannerei hier ist allerdings etwas anders; und die Kunden waren sehr geduldig mit mir, wenn ich das Produkt nicht gleich richtig aufgelegt hatte. Ja, es macht mir Spaß, ich kann die Leute anstrahlen, mit ihnen quatschen und die Zeit geht auch schnell um.

Voll Freude, dass ich heute Geld verdient habe, bin ich nach Hause gefahren. Und dann hat noch ein Marktforschungsinstitut angerufen, für das ich auch schon öfter an Produkttests teilgenommen habe und hat mir einen Interviewtermin für SA Mittag bestätigt. Und dann hat noch der Leiter eines anderen Marktforschungsinstituts angerufen, bei dem ich mich unverbindlich und zwischen Tür und Angel beworben habe, ob ich nicht nächsten MI Zeit hätte für eine Befragung, also, diese durchzuführen? Na, klar! Auch das wollte ich schon immer mal machen.

Und weil´s so schön war, gibt es heute das erste Mal Spargel! Mit Kartoffeln, Butter und gekochtem Schinken. Das nächste Mal dann mit Rührei. Oder mit Parmesan. Oder gebraten mit Frühlingszwiebeln und Tomaten. Oder mit Sauce Hollandaise. Gut, dass die Spargelsaison gerade erst angefangen hat! Hach, ich freu mich jetzt schon auf´s Schälen!

Dicker Hals

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Letzte Woche war ich zwei Mal dabei, als die Bäckerei geschlossen wurde; schließlich soll ich sie auch irgendwann zumachen. Und dabei gibt es einiges zu beachten: Maschinen putzen, Retoure einpacken, Ofen einstellen, für den nächsten Tag alles vorbereiten etc.

Den ersten Abend habe ich meiner Chefin über die Schulter geguckt und dort geholfen, wo es mir möglich war. Wir waren pünktlich fertig und sie meinte, dass ich es sehr gut gemacht hätte.

Den zweiten Abend habe ich mit der Stellvertreterin den Laden zugemacht und nach ihrer Ansicht alles – oder viel – falsch gemacht. Ich weiß ja, dass sie mit mir Schwierigkeiten hat und immer wieder neu ihre Grenzen absteckt. Anstrengend! Es gibt Menschen, die sind keine Führungskräfte; sie gehört definitiv dazu! Ich finde es sehr schade, wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiter klein halten und ihnen nichts zutrauen. In diesem Klima gedeiht natürlich auch kein Spaß an und bei der Arbeit und auch keine Motivation oder auch ein Mitdenken. Ich für mich habe mir in dieser Situation von außen zugeschaut und festgestellt, dass es egal ist, ob ich rechts oder links rum drehe. Ich mache es falsch; ihrer Ansicht nach. Schon am Abend habe ich Halsschmerzen bekommen; eine natürliche Reaktion meines Körper auf den dicken Hals.

Und prompt hatte ich einen grippalen Infekt. Ab dem ersten Krankheitstag benötige ich eine Krankmeldung, so dass ich MO gleich beim Arzt war, obwohl ich erst DI arbeiten musste. Er hat mich bis MI krank geschrieben. Und diese Krankmeldung habe ich auch nicht persönlich in der Filiale vorbeigebracht – auch wenn meine Chefin es gerne gesehen hätte. Ich habe schon einmal mit einer solchen Erkältung in einem Büro gearbeitet – und alle angesteckt. Es hat mehr als zwei Wochen gedauert, bis alle wieder gesund waren. Das wollte ich hier in jedem Fall vermeiden!

MI bin ich wieder zu meinem Arzt – ich hatte keine Stimme mehr! Und er hat mich bis FR dieser Woche krank geschrieben. Diese Krankmeldung habe ich vorbeigebracht, weil es offensichtlich – oder offenhörlich – war, dass ich nicht arbeiten kann. Tja, ich hatte leider den Eindruck, dass meine Vorgesetzten der Ansicht waren, dass ich krank feiern würde.

Was, bitte, ist das denn für eine Einstellung? Wenn ich davon ausgehe, dass meine Mitarbeiter faul und unfähig sind, halte ich sie natürlich klein und sie sind und bleiben faul und unfähig. Ich für meinen Teil bin schon von einem Chef gemobbt und auch schon sexuell belästigt worden. Vielleicht bin ich an dieser Stelle ein wenig empfindlich, aber mir zu unterstellen, dass ich nicht arbeiten will, finde ich – traurig.

Nach einer Woche zuhause und dem Sprechverbot vom Arzt habe ich mir den Frühling in die Wohnung geholt und mir ein paar Tulpen gekauft.

Geklärt!

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Gestern mittag hatte ich “das” Gespräch mit meiner Kollegin und unserer Vorgesetzten. Wir haben es – zu aller Zufriedenheit – geklärt und als Zeichen, wenn meine Kollegin sich im Ton vergreift, eine “gelbe Karte” ausgemacht. Im wahrsten Sinne.

Den Rest des Tages haben wir zusammengearbeitet; ohne Zickereien, ohne Stress, fast völlig entspannt. Nur kurz vor Ende meinte sie, dass es ja nicht toll wäre, von der Chefin zusammengefaltet zu werden. Ich habe nichts dazu gesagt, denn das ist definitiv ihr Thema, nicht meins.

Ich für mich war stolz, für mich eingetreten zu sein und damit meine Arbeitsbedingungen angenehmer zu gestalten. Sicher, DIE Arbeitswelt an sich kann und werde ich nicht ändern. Aber in meiner kleinen Welt kann ich für mich sorgen und darauf achten, dass mich “die” Arbeit nicht auffrisst und ich persönlich, emotional, intellektuell nicht auf der Strecke bleibe. Und genau das werde ich tun!

Dr. Jekyll und Ms. Hyde

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Einer der Gründe, warum ich mich selbständig gemacht habe, war, dass ich mir die Personen, mit denen ich direkt zusammenarbeite, aussuchen kann. Das ist bei meiner Teilzeitstelle nicht der Fall.

Und prompt arbeite ich mit jemandem zusammen, dem man es nicht Recht machen kann. Egal, wie ich mich verhalte, es ist nach ihrer Definition falsch. Dabei vergreift sie sich leider öfter im Ton und unterstellt mir, ich würde auch “ganz schön austeilen”. Im nächsten Augenblick ist sie wieder zuckersüß; besonders “ihren” Kunden gegenüber.

Ich verkaufe gerne. Und ich kann verkaufen. Darüber hinaus bin ich in der Lage zu erkennen, was meine direkten Kunden an Sprüchen und Ansprache brauchen und ich vergreife mich i.d.R. nicht im Ton. Wenn ich allerdings bei allem was ich tue und sage korrigiert werde, sind das Arbeitsbedingungen, mit denen ich nicht gut leben kann. Es ist für mich anstrengend. Zu anstrengend.

In den nächsten Tagen habe ich hoffentlich ein Gespräch mit meinen Vorgesetzten. Außerdem würde ich gerne die Anzahl meiner Stunden resp. Tage verringern. Momentan habe ich keine Energie und keinen Kopf für meine eigentliche Arbeit und das, was mir ebenso Spaß macht, nämlich Webseiten zu erstellen. Mein Ziel war, mit einer Teilzeitstelle unter Leuten zu sein; wenn es mich aber zuviel Kraft kostet und von meiner eigentlichen Tätigkeit – und dem Geld verdienen (!) – abhält, bin ich schneller weg, als sie “referentielle Integrität” sagen können.

Das ist ein schönes Wort: “referentielle Integrität”. Finde ich.

Früher Vogel und der Wurm

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Seit knapp vier Wochen arbeite ich beim Bäcker; heute hatte ich eine Schulungsveranstaltung in der Produktionsstätte. Und weil es ein Bäcker ist, war Schulungsbeginn um 6 Uhr. Aufgestanden bin ich vor 4 Uhr. Nein, das sind nicht meine bevorzugten Zeiten!

Spannend fand ich zu sehen, wieviel Arbeit tatsächlich noch in Handarbeit erfolgt. Leider habe ich bei der eigentlichen, inhabergeführten Führung akustisch nicht alles verstanden; die Maschinen sind einfach zu laut. Stattdessen habe ich den Bäckern auf die Finger und über die Schulter geschaut. Das Winden einer Brezn sieht faszinierend und eigentlich ganz einfach aus. Eigentlich.

Mit Haarnetz und Kittel sind wir neuen Mitarbeiter durch die Produktionsstätte geführt worden. Bei der anschließenden Begrüßung inkl. Frühstück konnte ich dann gegenüber dem Verkaufs- und Bezirksleiter all das loswerden, was mir aufgefallen ist. Ich hatte in meiner Filiale schon gefragt, wenn ich ansprechen muss und wurde eben an diese beiden Herren verwiesen. Ja, die Erfassung der Arbeitszeiten ist durchaus ausbaufähig…

Ich mache meinen Mund auf! Schön, wenn sich dadurch etwas ändert. Und wenn nicht, habe ich wenigstens mein Bestes für mich und die Kollegen gegeben. Es mag unbequem sein, es mag dauern, aber auf manche Auswüchse der industriellen Produktion reagiere ich: allergisch und emotional. Zumal die Arbeitszeiten bei den Verkäufern z.B. eh elektronisch erfaßt werden. Wenn mein Dienst von 8 bis 14 Uhr geht und ich mich in Arbeitskleidung um 7:50 an unserer Kasse anmelde, habe ich 10 Minuten verschenkt, da ich sie nicht bezahlt bekomme. Das gleiche, wenn ich mich nach 14 Uhr abmelde. Wenn ich mich dagegen um 8:06 anmelde, werden mir 6 Minuten von meiner Zeit – und damit meinem Stundenlohn – abgezogen.

Das können sie gerne tun, aber dann will ich auch ab dem Zeitpunkt bezahlt werden, an dem ich “steche”. Und wenn eine halbe Stunde Pause automatisch ab sechs Stunden Arbeitszeit abgezogen wird, obwohl ich keine Pause gemacht habe resp. machen konnte, möchte ich sie bezahlt bekommen. Dafür werde ich mir jedes Mal eine Zeitkorrektur schreiben lassen. Das mag sich kleinlich anhören, aber auch hier macht es die Masse; schließlich haben sie mehr als 400 Mitarbeiter…

Der Bezirksleiter hat mir zugestimmt, dass es bei der Zeiterfassung durchaus noch Verbesserungspotential gibt.

Das ist ein Punkt, an dem man durchaus etwas für die Zufriedenheit der Mitarbeiter tun und im wahrsten Sinne wertschätzende Anerkennung geben kann. Dann bleibt die verwendete Floskel “Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital” nicht nur eine Floskel.

So schnell kann´s gehen…

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Vor kurzem habe ich mir überlegt, dass es für mich gut wäre, wenn ich in Teilzeit wieder fest angestellt arbeiten würde. Es sollte aber nicht im Büro sein; ich will viel mit Menschen zu tun haben, am besten immer mit anderen; die Arbeitszeiten sollen nach Möglichkeit nicht gar so früh oder bis spät in die Nacht sein; ich möchte hingehen, arbeiten und wenn ich heimgehe, hab ich Feierabend; die Arbeit an sich soll nicht immer gar so gleich sein; nur ein paar Stunden möchte ich am Stück arbeiten; die Wegezeiten sollen kurz sein; ob ich am Wochenende oder unter der Woche arbeite ist mir gleich; wenn ich verkaufe, sollen es keine erklärungsbedürftigen Produkte sein und – es soll mir Spaß machen!

Eine ganz schön lange Wunschliste!

Bei einer Bäckerei-Filiale habe ich an der Scheibe angeschrieben gesehen, dass sie Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit sowie 400 €-Kräfte suchen. Also wollte ich am DI dieser Woche in eben dieser Filiale vorbeigehen und mich bei ihnen melden. In der Humboldtstraße ist eine andere Filiale, bei der der gleiche Text stand; das stand ein paar Tage vorher noch nicht da. Also bin ich rein, habe mich an der Theke gemeldet und sollte ein paar Minuten warten: die Chefin wäre gerade noch in einem Gespräch.

Schluck.

Dann hatte ich ein Vorstellungsgespräch, das sehr angenehm und freundlich war, habe am DO dieser Woche einen Probearbeitstag absolviert, bin jetzt dabei meine Bewerbung zu schreiben – und ab 15. Oktober werde ich in Teilzeit arbeiten.

So kann´s gehen.

Mal wieder auf der Couch

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… und das ist jetzt ganz und gar positiv zu sehen! Gestern Abend war ich mit einem guten Freund in meinem Lieblingscafe. Alle Tische waren besetzt und an die Bar wollten wir uns zum Essen nicht setzen. Also sind wir in die Lounge. Hier habe ich schon öfter gelegen und gesessen und die Sessel genossen. Noch ein Kissen in den Rücken, Füße hoch und gut. So war es auch gestern und die beiden Damen am nächsten Tisch hatten definitiv Spaß, mir beim bequemen Einrichten zuzusehen. Wahrscheinlich haben sie mich um meine weiche Sitzgelegenheit beneidet… Und erst um die hochgelegten Füße!

Mein Essen war ein leckerer Kirschkuchen mit Baiser-Haube. Zucker habe ich definitiv gebraucht, denn die letzten Tage habe ich alleine daheim an meinem Rechner verbracht. Und mich an den Tücken der Technik festgefressen. Ruck-zuck ist so ein Tag rum – und die Website steht immer noch nicht. Immer wieder eine andere Fehlermeldung. Spannend! Das sind durchaus Arbeitsbedingungen, mit denen ich gut leben kann, denn es macht mir Spaß! Auch und besonders zu sehen wie ich lerne: eben aus Fehlern, Trial-and-Error, der Internet-Recherche, Fragen und Antworten in div. Foren etc. Und jetzt weiß ich auch, warum Webseiten so teuer sind! Es ist nicht die Gestaltung und der Aufbau der Seite an sich, es sind Zeit, Energie und Hirnschmalz, die investiert werden, das Ganze online zu stellen. Über meinen Preis muss ich mir definitiv nochmal Gedanken machen…

Vielleicht sollte ich meinen Webhoster fragen, ob sie für meinen Kunden die referentielle Integrität prüfen können. (Hach, ist das ein schönes Wort: referentielle Integrität.) Meiner Ansicht nach fehlt in der Datenbank der User, es ist also kein Wunder, dass ich mich im Backend nicht anmelden kann, sondern eine Fehlermeldung bekomme.

Ich genieße es sehr, zu Hause zu arbeiten: gleich nach dem Aufstehen mach ich den Rechner an, E-Mails checken und dann in Ruhe frühstücken. Das restliche Essen darf ich allerdings nicht vergessen; und das passiert durchaus, wenn ich mich festgefressen habe. Und völlig im Flow bin. Ebenso muss ich darauf achten, täglich vor die Tür zu kommen und mich zu bewegen. Nicht, dass meine Augen eckig und meine Arme kurz werden. Zum Glück habe ich viel Grün vor meinem Fenster.

Dieses Stück Park wird auch gerne von manchen Herren der Schöpfung als Open-Air-Toilette benutzt. Die parken dann direkt gegenüber meines Fensters, steigen aus und gehen ins Gebüsch. Eben habe ich auch einen halten und aussteigen sehen, habe mich mit verschränkten Armen ans Fenster gestellt, er hat mich gesehen, ist zusammengezuckt und unverrichteter Dinge wieder eingestiegen und weitergefahren. Auch da freu ich mich! Vielleicht sollte ich immer meine Kamera im Anschlag halten und die Männer und ihre Autos  fotografieren?! Die Bilder könnte ich dann auf meiner Website veröffentlichen. Aber nicht unter der Rubrik “Die fotografieren, die fotografieren” sondern eher unter “Der Mensch als Hund” oder “Die Natur im Manne” oder so.

Nein, langweilig wird mir wirklich nicht.

Offene Rechnungen, Teil 1

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Gestern habe ich auf einer Messe beim Arbeitsamt München die ICA InterCom Akademie unterstützt, denn dank ihnen habe ich mein Berufsziel gefunden, die nötigen Qualifikationen erhalten und mich selbständig gemacht. Die Veranstaltung war für ALG I-Empfänger, die schriftlich eingeladen worden waren, um sich über unterschiedliche Weiterbildungsangebote zu informieren – und diese auch bezahlt bekommen! Das ist etwas, war ich mir in meiner arbeitslosen Zeit auch gewünscht hätte, statt immer nur Listen mit meinen Bewerbungsaktivitäten zu schicken, für die sich keiner interessiert, denn auf meine E-Mails kam immer die Antwort: “Ihr Anliegen wurde abschließend erledigt.” Was soll das denn heißen?

Mit der Bundesagentur für Arbeit in München habe ich allerdings noch eine Rechnung offen. Meine Weiterbildung als Web-Manager für Marketing, Business und PR wurde auch per Bildungsgutschein gefördert. Ich habe sogar zwei Arbeitgeber gefunden, die mir bestätigt haben, dass sie mich danach einstellen, wenn ich die Weiterbildung erfolgreich absolviere. Beide potentiellen Arbeitgeber haben für mich eine Förderung im sog. WeGebAU-Programm beantragt. WeGebAU steht für “Weiterbildung gering qualifizierter und älterer Arbeitnehmer” – und es wurde abgelehnt, ohne weitere Prüfung, einfach “Nein”.

Die Begründung: “Das Programm WeGebAU richtet sich an Beschäftigte sowie an Arbeitslose bzw. Arbeitssuchende, die entweder gering qualifiziert, älter oder qualifiziert sind.”

Ja, was denn jetzt? Gering qualifiziert oder qualifiziert? In diesem Fall trifft es auf mich (und den Rest der arbeitenden Bevölkerung) zu. Lesen die beim Amt nicht, was sie schreiben?

Auf diesen Ablehnungsbescheid habe ich Widerspruch eingelegt und erläutert, warum mir – meiner Ansicht nach – eine Förderung durchaus zusteht. Wochenlang habe ich nichts vom Amt gehört. Zwischenzeitlich haben sich sogar Mitarbeiterinnen vom Arbeitgeber-Service für mich eingesetzt. Erfolglos.

Kurz vor Ablauf des ALG I-Geldes hat mich dann meine zuständige Vertreterin der Agentur für Arbeit, Frau K., angerufen. Sie war über ein Jahr für mich zuständig – und kennt mich nicht persönlich! Wenn ich Termine beim Amt hatte, war ich immer bei einer anderen Sachbearbeiterin. Ein paar Monate zuvor hatte Frau K. mir per Telephon vorgeschlagen, dass ich mich doch als SAP-Beraterin selbständig machen sollte… Ja, geht´s noch!? Wissen die, wie es auf dem Markt für SAP-Berater aussieht? Ja, ich weiß ein paar Dinge, SEHR spezielle im Modul HR und hier auch “nur” bei der Learning Solution. Die allerdings hoch und runter. Aber das reicht IN KEINER WEISE, um damit selbständig meinen Lebensunterhalt zu bestreiten! Abgesehen davon haben die beim Amt eh keine Ahnung, was SAP ist oder wie deren Software aussieht. SAP läuft unter ERP. Ohne Worte! Ich habe dann lustige Stellenangebote bekommen zum Thema SAP Module SD, ERP, CS, CRM u.ä. mit Expertenkenntnissen in ERP, erweiterten Kenntnissen in Wirtschaftinformatik etc. Auf diese Stellen habe ich mich nicht beworben, sondern per Mail beim Amt Bescheid gesagt, dass ich von einer Bewerbung absehe, da ich die Ansprüche des Kunden mit meinen Kenntnissen nicht erfüllen kann.

Ich hatte gehört, dass es beim Arbeitsamt auch eine extra Abteilung für Akademiker gibt, der ich mich nicht zugeordnet fühlte. Blöderweise ist Frau K. genau für die Akademiker zuständig; wurde mir gesagt. Meine Anfrage nach einem anderen Betreuer wurde auch nicht entsprochen, da Frau K. dafür die richtige sei.

Kurz vor Ablauf meines ALG I-Geldes rief mich also Frau K. an, um mich davon in Kenntnis zu setzen, dass mein Arbeitslosengeld bald ausläuft. Vielen Dank, das habe ich nicht vergessen! Und ob ich denn schon ALG II beantragt hätte? Das solle ich doch bald tun, denn schließlich würde die Prüfung auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Für diese Information habe ich mich bedankt, und mich schlau gemacht, wie hoch denn ALG II ist. Dann meine Erkenntnis: ALG II = Hartz IV!

Das war ein Schlag in die Magengrube! Abgesehen davon, dass man nicht einfach so Hartz IV bekommt, sondern vorher all seine Ersparnisse aufgebraucht haben muss, bis auf einen kümmerlichen Rest.

Das ist also die Aufgabe der Frau K.: die Arbeitslosen rechtzeitig davon in Kenntnis setzen, dass sie Hartz IV beantragen sollen, statt sie darin zu unterstützen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und Wissen zu erwerben, das es ermöglicht, die nächsten Jahre den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten!

Auf der Messe gestern liefen die Aussteller und Mitarbeiter der Arbeitsagentur mit Namensschildern herum. Frau K. war nicht dabei. Und das war gut für sie, denn sonst hätte der Sicherheitsdienst etwas zu tun gehabt.

Wissen, was man will und kann

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Diese Woche bin ich an einem Restaurant vorbei gelaufen, in dem zwei Männer draußen saßen. Die Bedienung hatte ihnen die Speisekarten gebracht und gemeint, dass manche gleich wüssten, was sie wollten. Darauf meinte der eine: “Was ich im Leben will, weiß ich genau.” Leider hatte ich einen Termin und keine Zeit ihn zu fragen, woher er das weiß.

Woher weiß ich denn, was ich will? Ich weiß eher, was ich NICHT will. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss aber nicht, was ich will.

Mein Studium der Soziologie hat sehr lange gedauert; und ich habe es genossen. Als ich wusste, in welche Richtung ich gehen will, was mein Ziel ist, habe ich zum Thema Wissensmanagement meine Diplomarbeit geschrieben. Mich interessiert, wie sich die Arbeitsbedingungen verändern und welche Auswirkungen es auf die Gesellschaft und den Einzelnen hat. Ich wollte Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt.

Nach einem kurzen Ausflug in die Zukunftsforschung habe ich die Beratung für mich entdeckt. Hier konnte ich das SAP-Portal an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen; naja, jedenfalls im Standard. Auch die Reiserei durch Deutschland fand ich spannend. Leider blieb dabei ziemlich viel auf der Strecke: meine Beziehung, ein Freundeskreis, ein Netzwerk.

Durch meine Weiterbildung als Webmanager habe ich meine “alten” Wünsche wieder für mich entdeckt: ich will Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt. Daher werde ich jetzt Webseiten gestalten, die genau das erfüllen. Ich will Spaß an und mit meiner Arbeit haben und genau das vermitteln. In div. Jobs habe ich festgestellt, dass man als “unprofessionell” wahrgenommen wird, wenn man viel lacht. Ich lache sehr gerne! Und ich war nie die “typische” Beraterin, die immer wie aus dem Ei gepellt zum Kunden kommt. Es gefällt mir durchaus, wenn andere Frauen so auftreten, aber meine Rolle ist es nicht. Meine Haare waren immer ein bisschen zerzaust und meine Schminke besteht nur aus Wimperntusche.

Freundlichkeit kommt weiter! Das ist meine Erfahrung und das ist mein Naturell. Freu-ndlichkeit und Freu-de hängen zusammen. Das will ich vermitteln. So will ich arbeiten und so will ich leben. Ich genieße es, die Herrin meiner Zeit zu sein; das war mir schon immer wichtig. Das heißt jetzt nicht, dass ich mich auf die faule Haut legen und von Hartz IV leben will, sondern im Gegenteil, ich will mit der Arbeit, die mich erfüllt und befriedigt, meinen Lebensunterhalt bestreiten, denn ich arbeite gern. Tja, und weil ich viel leichter erfassen kann, was mein Kunde will, dauert es wohl noch ein bisschen, bis meine eigene Website fertig ist. Aber das macht nichts, denn sie soll sich entwickeln und ich werde sie immer wieder ändern. Weil ich es kann.