Beiträge mit dem Tag ·

Aufmerksamkeit

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In den Socken meiner Mutter

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Vor zwei Wochen hatte ich Besuch von einer Bekannten und jetzt habe ich ihr eine Mail geschrieben – denn seit zwei Wochen habe ich Halsschmerzen und Husten…

Hallo S.,

meine Jacke und die Socken sind wohlbehalten wieder bei mir angekommen. Danke für Dein Kärtchen und den Riegel. Aber so, wie es keine zweite Chance für einen ersten Eindruck gibt, kam Deine Karte eine gute Woche zu spät. Als Du abgefahren bist, war kein noch so winziges „Dankeschön“ in meiner Wohnung oder im Briefkasten. Kein Blümchen, keine Schokolade, kein Briefchen, noch nicht mal eine Nachricht auf einem Block von mir. Ganz schön wenig, oder?

Und auch auf dem Kärtchen im Paket kein „Danke, dass ich bei Dir übernachten durfte.“ Du hast es als selbstverständlich erachtet, dass Du bei mir übernachten kannst und hälst es nicht für nötig, Dich dafür zu bedanken. Das empfinde ich als respektlos. Wir hätten Zeit auch gemeinsam teilen können, OHNE dass Du in meiner Wohnung schläfst, zudem ich keinen Urlaub hatte, sondern ganz normal gearbeitet habe. Bei mir trifft der Spruch „My home ist my castle“ durchaus zu und ich lasse wirklich nicht jeden in meine vier Wände.

Fünf Nächte hast Du bei mir verbracht und dazu hatte ich Dich nicht eingeladen, sondern Du hast mich eine Woche vorher gefragt, ob Du bei mir übernachten kannst, während Du bei W. div. Coachingtermine hast. Ich habe Dir zugesagt und mich sogar auf Dich gefreut!

Ich habe Dich also mitten in der Nacht am ZOB aufgesammelt und um die Zeit war nix mehr mit zusammen essen gehen. Also sind wir in meine Wohnung und ich habe Dir die Schlüssel dazu gegeben. Wir haben noch eine Weile zusammengesessen und gequatscht. Und auch da ist mir schon wieder und mal wieder aufgefallen, dass Du nur von Dir erzählst. Du stehst im Mittelpunkt Deines Universums. Was bis zu einem gewissen Teil okay ist, aber so eine narzisstische Person wie Dich habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Mit Dir gibt es überhaupt keine Möglichkeit, dass sich ein GESPRÄCH entwickelt, denn es ist die Aneinanderreihung von (sprunghaften) Monologen Deinerseits. Wenn ich dann etwas erzählt habe, hast Du nur darauf gelauert, dass Du Dich wieder einklinken und mich mit Deinem „Wissen“ zutexten kannst. Das ist unglaublich anstrengend und unbefriedigend. Nein, Du willst mir Deine Diagnose nicht nennen, denn Du bist mehr als eine Diagnose. Meiner Ansicht nach hast eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Aber das weißt Du.

Am letzten Abend vor Deiner Abfahrt bist Du noch zu mir ans Bett gekommen und hast gemeint, Du hättest den Eindruck, das etwas zwischen uns steht. Das stimmt, denn ich habe während Deiner Anwesenheit immer wieder innerlich die Augen verdreht, wenn Du um Dich gekreist bist. Das ist meine Art und Weise mit Deiner Art umzugehen. Da habe ich Dir gesagt, dass Du nur von Dir erzählst. Du meintest, interessant, Du hättest den Eindruck, ich würde nur von mir erzählen. So kanns gehen, aber wenn ich die reine Sprechzeit gemessen hätte, hättest Du 3/4 davon beansprucht. Ach, was sag ich? 7/8 trifft es eher. Teilweise war es auch gar nicht möglich, in Deinen Gesprächsfluss einzugreifen und da habe ich eben zugehört. Und beobachtet. Und im Gegensatz zu Dir höre ich zu und bemerke, wenn Deine Blicke und Deine Gedanken abschweifen, während ich etwas erzählt habe, das mich betrifft und beschäftigt.

Noch ein Beispiel dafür, dass Du nicht zuhörst oder auf andere eingehen kannst?!? Ich hatte Dir mehrmals gesagt, wo ich arbeite und MO Abend wolltest Du mich von der Arbeit abholen. Tatsächlich hast Du aber den Eingang nicht gefunden, weil Du an einer anderen Ecke vom Hauptbahnhof gestanden und – mal wieder – nicht zugehört hast. Ich hätte erwartet (okay, meine Erwartung, aber ich hätte es an Deiner Stelle so gemacht), dass Du zu Ladenöffnungszeiten vorbeikommst und Dir anschaust, wo und wie ich arbeite. Aber das setzt natürlich ein grundsätzliches Interesse an meiner Person voraus, was ich Dir hiermit abspreche. Du hattest ja noch so viel zu tun…

Schön für Dich, wenn das Coaching bei W. Dir hilft! Das macht er auch wirklich gut. Ich möchte mit ihm aber nichts mehr zu tun haben, da er nicht für mich und meine Mutter da war als mein Vater gestorben ist. Obwohl er es angeboten und versprochen hat, weil er ja weiß, wie sich ein solcher Verlust anfühlt. Aber nicht zur Beerdigung zu erscheinen, zu der er schriftlich und persönlich eingeladen war, weil er einfach die Zeit verpeilt hat, ist für mich ein klares Zeichen, dass ich ihm nicht wichtig bin. Und meiner Mutter dann noch nicht einmal ein Beileidskärtchen zu schicken ist der Gipfel der Ignoranz. In manchen Situationen zeigt sich, wer Dein Freund ist. Oder eben nicht. Und ich tue mich wirklich schwer damit, Freunde aus meinem Leben gehen zu lassen, aber manchmal geht es einfach nicht weiter. Aus diesem Grund habe ich auch nicht zurückgegrüßt als Du mir seine Grüße ausgerichtet hast. Nach meinem letzten Stand denkt er immer noch darüber nach, was ich ihm in meinen WhatsApp-Texten geschrieben habe… Die Neujahrsgrüße lasse ich mal außen vor. Ich habe keine weitere Rückmeldung von ihm bekommen und damit ist die Sache für mich erledigt.

Ich schicke Dir diesen Brief jetzt, denn ich habe seit gut zwei Wochen Halsschmerzen und der Husten ist auch sehr hartnäckig. Besonders interessant fand ich in diesem Zusammenhang Deine SMS, als Du schon wieder auf der Rückfahrt warst und ich Dir geschrieben habe, dass ich Halsweh habe und immer wieder niesen muss: „Was mir noch gerade einfällt: du hast was im Hals, das dich stört; wenn schluckbeschwerden: dir fällt schwer etw. Bestimmtes zu schlucken. Triefnase: du hast die Nase voll. Ist das hilfreich für dich?“ Auf die Idee, dass es mit Dir zusammenhängen könnte, bist Du nicht gekommen, oder? Du hast ÜBERHAUPT kein Gespür für andere Menschen, auch wenn Du behauptest, dass Du hochsensibel bist. Das mag ja sein – aber Deine Welt dreht sich nur um Dich. Und statt es zu nutzen, dass Du siehst und spürst wie es anderen geht und auf sie einzugehen, drehst Du Dich weiter um Dich auf der Suche nach Deiner Essenz. Was immer das sein soll.

Ach so, auf die Erklärungstexte bezüglich Halsschmerzen und Husten warte ich immer noch. Auch wenn o.g. Erklärung durchaus zutreffend ist. Doch das ist tatsächlich auch für mich nichts Neues.

Abgesehen von all dem bist Du für mich keine Freundin, sondern lediglich eine Bekannte, die ich bisher vier- oder fünfmal getroffen habe! Trotzdem habe ich Dich fünf Nächte in meiner Wohnung auf meiner Couch in meinem Schlafsack übernachten lassen. Und Dir alles zur Verfügung gestellt: den Inhalt meines Kühlschranks, Tee, Wärmflasche etc. pp. Meinen Löwenzahnhonig! Und zu guter Letzt habe ich Dir noch meine Lieblingsfleecejacke geliehen und selbstgestrickte Socken meiner Mama, weil Dir so kalt war. Und sie Dir sogar mit auf Deine Rückfahrt gegeben.

Ich finde es gut, dass Du W. auch noch von den Muffins vorbeigebracht hast und dass Du Deinem Bruder die Sachen ersetzen wolltest, die Du in seiner Wohnung aufgegessen hast. Da hatte ich mir gedacht, dass Du Dir für mich auch etwas überlegst. Doch nein. Als ich am DO zurück in meine Wohnung gekommen bin und Du schon auf der Rückfahrt warst, war fast nichts mehr davon zu sehen, dass ich Besuch hatte. Okay, die Muffins und die Tarte standen noch herum und Du hättest noch mehr davon mitgenommen, wenn Du es hättest tragen können.

Sicher, Du hast dann aus dem Bus eine SMS geschrieben: „… Ich hab die Zeit gern mit dir geteilt und ich fand das intensive kochen toll – ich liebe es zu essen!… Hab nen schönen Tag heute und morgen & dann ein supergeiles, megaentspanntes und überirdisch krafterfüllendes Wochenende! Drück dich nochmal u bis bald, vielleicht nächstes Mal mehr We dabei, LG, S.“ Und auch hier, als Du Dich für das gemeinsame Kochen bedankst, stehst Du im Mittelpunkt, denn DU liebst es zu essen!

In Deinem Kärtchen im Paket hast Du vorgeschlagen, dass wir uns treffen, wenn Du zum „richtigen“ Urlaub machen in der Stadt bist und nicht zum Coaching, denn das könnte besser passen. Das kann ja sein, aber es wird kein nächste Mal geben. Ich bin nicht bereit, mich von Dir ein weiteres Mal benutzen und ausnutzen zu lassen! Du hast mich benutzt, indem Du mich als Übernachtungsmöglichkeit missbraucht hast. Du hast mich ausgenutzt, weil noch nicht mal ein Dankeschön und eine Anerkennung meiner Gastfreundschaft von Dir kam. Was hatte ich davon, dass ich Dich hier bei mir habe übernachten lassen?? Du hast Dir noch nicht einmal Gedanken darüber gemacht, wie Du mir eine Freude machen kannst oder mir etwas aus Berlin mitgebracht. Okay, Du hast mich vegan bekocht; aber das wolltest Du auch. Das war jetzt nicht nur für mich und wir hätten so oder so gekocht. Ich finde, ein „Dankeschön“ wäre mehr als angemessen gewesen! Du bist nicht meine Freundin wie mein Besuch eine Woche vorher. Da hast Du mich gefragt, was denn der Unterschied zwischen diesen beiden Besuchen war… Jetzt weiß ich es: meine Freundin aus Konstanz kam zu mir, um eben mich zu sehen und mit mir Zeit zu verbringen. Wir haben Ausflüge gemacht und Freunde von mir getroffen. Wir haben viel zusammen gelacht und dieses Mal nicht geweint; wir haben Anteil am Leben und der jeweiligen Situation der anderen genommen. Und ihr habe ich sehr gerne meine Wohnung und meinen Löwenzahnhonig, den Du Dir einfach so genommen hast, zur Verfügung gestellt. Denn genau das macht Freundschaft aus: Für den anderen da sein und mit ihm Freud und Leid teilen. Das funktioniert natürlich nicht, wenn einer nur um sich kreist. Na gut, es funktioniert vielleicht schon, wenn der andere ein ausgeprägtes Helfersyndrom hat – was bei mir nicht der Fall ist. Dennoch können meine Freunde jederzeit und mit allem, was mir zur Verfügung steht, auf mich zählen. Immer! Und ich gebe Bekannten auch weiterhin einen Vertrauensvorschuß, auch wenn ich enttäuscht werde so wie bei Dir. Vielleicht verstehst Du ja besser Coachingsprache: Ich bin ent-täuscht, d.h. die Täuschung ist aufgefallen. Aber mit derselben Person passiert mir das nicht ein zweites Mal, denn das kann ich in meinem Leben nicht brauchen.

Ich wünsche Dir alles Gute
B.

Zeit der Trauer

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Ich finde es sehr spannend zu beobachten, wie mein direktes Umfeld auf den Tod meines Vaters reagiert. Und Menschen, die JETZT nur an sich denken, keinen Augenblick darüber nachdenken, wie es mir gerade gehen könnte und mich mit Belanglosigkeiten belästigen, werden ausgesiebt und ich werde mich nicht mehr bei ihnen melden. Punkt.

Wieviel wertvoller sind in dieser Situation Freunde, die EINFACH für mich da sind! Die zuhören, mit mir lachen und weinen, mit mir kochen und essen, einfach da sind. Denen ich nicht erklären muss, warum ich gerade traurig aussehe. Denen es gelingt, Lachen und Leichtigkeit zu bringen. Die eine Ahnung von meinem Schmerz haben, der für mich völlig unvorstellbar war.

Wieviel wertvoller sind mir Arbeitskolleginnen, die mir Umarmungen und Bilder per WhatsApp schicken. Die mir mitteilen, dass sie gerade an mich denken und mich vermissen. Die meinen Schmerz mitfühlen und mich mit ihrer Anteilnahme auffangen und trösten.

Es geht nicht darum, dass ich jetzt das Verhältnis zu meinem Vater auflöse; das braucht seine Zeit. Ein jegliches hat seine Zeit und jetzt ist die Zeit der Trauer. Es geht mir darum festzuhalten, dass ich nicht alleine bin. Und meine Mutter auch nicht. Und wenn IRGENDJEMAND nicht nachvollziehen kann, dass ich mich nicht ablenken, sondern für meine Mutter da sein möchte, hat er in meinem Leben nichts mehr zu suchen. Ich habe keine Geschwister, vor acht Wochen haben wir die Schwester meines Vaters beerdigt, meine Familie sind jetzt meine Mutter und ich. Und eben die Freunde, die sich jetzt – mal wieder oder auch das erste Mal, weil neu in meinem Leben, – als Freunde beweisen. Denen ich mich nicht erklären muss. Und für die ich dankbar bin.

Mindestens anderthalb Stunden

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Aktuell habe ich ein Vier-Wochen-Abo der F.A.Z. Wenn ich die Wahl habe, lese ich Zeitung lieber auf Papier als am Rechner; dann brauche ich allerdings mind. anderthalb Stunden. Oder eineinhalb. Oder eben mindestens 1,5 Stunden. Eine nette Erklärung zu der Wortform von eins Komma fünf findet sich bei Dr. Bopp. Es dauert. So oder so.

Wenn ich mir dann aber die Zeit nehme, wirklich alles durchzublättern und zu lesen was mich interessiert, finde ich immer etwas.

So wurde unter “Beruf und Chance” vom letzten Wochenende über “Freizeit als Statussymbol” geschrieben. Von meinem Geburtsjahrgang her gehöre ich ganz klar zur Generation X oder auch Generation Golf (geboren zwischen 1966 und 1980); ich kann mich aber eher mit den Einstellungen der Generation Y identifizieren: nicht nur Arbeit und Karriere zählen, sondern es gibt auch ein LEBEN daneben. Nein, nicht stattdessen und nicht danach. Es geht mir nicht darum, NICHT zu arbeiten, sondern ich möchte (mind.) eine sinnvolle Tätigkeit ausüben UND Zeit für mich und meine Freunde (und auch Familie) haben! Ich will die Herrin meiner Zeit sein.

Das hatte ich mir vorgenommen. Das habe ich erreicht. Wichtig für mich ist, mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu sein. Da macht es auch nichts, dass mein Lebenslauf alles andere als – sagen wir – gradlinig ist. Ich bin dabei, mein Leben als Mosaik aus vielen kleinen Steinchen zu gestalten und nicht nur mit Erwerbsarbeit zu füllen.

Und ich bin gespannt, welche Bezeichnung nach Generation Y kommt. Wahrscheinlich Generation Z. Und dann? Zurück auf Anfang? Generation A? Wahrscheinlich steht “A” dann nicht mehr für Apple…

Einstellungssache

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Zur Eröffnung des neuen Drogeriemarktes in Giesing war gefühlt ganz München im Laden. Ich habe mich mit einigen Kunden unterhalten, die ob der Menschenmenge völlig gestresst waren. Hm, finde den Fehler… Für mich war es nicht besonders anstrengend und ich habe alle Kunden mit einem strahlenden Lächeln begrüßt. Ich war tiefenentspannt. Das ist auch einer älteren Dame aufgefallen, die meinte, dass es Einstellungssache ist, ob man sich stressen läßt oder eben nicht. So sieht es aus! Mir hat es total Laune gemacht, das Gewusel um mich herum zu beobachten und dem einen und der anderen ein gutes Gefühl zu geben. Diese Arbeit macht mir Spaß.

Ende letzten Jahres habe ich mit meinen zwei Mädels ausgemacht, dass wir meinen Geburtstag zusammen feiern. Sie sind meine ältesten Freundinnen, die eine seit der Grundschule, und die letzten Jahre ist es durch berufliche und familiäre Verpflichtungen selten dazu gekommen, dass wir uns jedes Jahr mindestens ein Mal sehen und zusammen in Urlaub fahren. Jetzt aber! Bei jedem Vorstellungsgespräch, das ich in den letzten Monaten geführt habe, habe ich gesagt, dass ich Ende Mai für ein paar Tage weg bin. Das war nirgendwo ein Problem. Tja, im Drogeriemarkt hatte ich es auch bekannt gegeben, allerdings ist es im Zuge der Filialeröffnung und des Umzuges untergegangen.

Normalerweise bekommt man seine Arbeitszeiten rechtzeitig, so dass man die nächsten Wochen planen kann. Das ist aus o.g. Gründen aktuell nicht der Fall. Als ich meine Zeiten bekommen habe, soll ich meinen geplanten Urlaub durcharbeiten! Also bin ich zum nächstmöglichen Termin zu meiner Vorgesetzten und habe gesagt, dass ich nicht da bin. Und auch wenn es ihr nicht Recht war, dass sie umplanen muss, so hat sie mir dennoch frei gegeben. Was in der Probezeit nicht unbedingt die Regel ist. Sie meinte: “Ich brauche sie hier” und war ziemlich ärgerlich, dass sie den Dienstplan umschreiben muss. Aber: sie hat mir frei gegeben und ich hatte den Eindruck, dass meine Arbeit dort für sie wichtig ist, damit alles funktioniert. Das ist ein schönes Gefühl.

Tatsächlich: noch ein schönes Wort

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Ceratostigma Plumbaginoides

Dieses Wort habe ich aus dem gestrigen Kommentar einer sehr guten Freundin. Und hier ein Bild dazu.

Von einer anderen guten Freundin habe ich Ende letzter Woche einen Brief bekommen, mit einem netten Kärtchen und zwei Kino-Freikarten. Da habe ich mich sehr gefreut! Danke! Und ich werde sie alleine einlösen, denn viele meiner Freunde hier sind gerade sehr mit sich beschäftigt oder unterwegs oder beides. Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich ihnen gerade noch mehr geben muss resp. geben kann. Es reicht!

Tja, mit meiner direkten Vorgesetzten habe ich noch nicht gesprochen, weil sie letzte Woche krank war. Mal schaun, was morgen ist…

Dr. Jekyll und Ms. Hyde

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Einer der Gründe, warum ich mich selbständig gemacht habe, war, dass ich mir die Personen, mit denen ich direkt zusammenarbeite, aussuchen kann. Das ist bei meiner Teilzeitstelle nicht der Fall.

Und prompt arbeite ich mit jemandem zusammen, dem man es nicht Recht machen kann. Egal, wie ich mich verhalte, es ist nach ihrer Definition falsch. Dabei vergreift sie sich leider öfter im Ton und unterstellt mir, ich würde auch “ganz schön austeilen”. Im nächsten Augenblick ist sie wieder zuckersüß; besonders “ihren” Kunden gegenüber.

Ich verkaufe gerne. Und ich kann verkaufen. Darüber hinaus bin ich in der Lage zu erkennen, was meine direkten Kunden an Sprüchen und Ansprache brauchen und ich vergreife mich i.d.R. nicht im Ton. Wenn ich allerdings bei allem was ich tue und sage korrigiert werde, sind das Arbeitsbedingungen, mit denen ich nicht gut leben kann. Es ist für mich anstrengend. Zu anstrengend.

In den nächsten Tagen habe ich hoffentlich ein Gespräch mit meinen Vorgesetzten. Außerdem würde ich gerne die Anzahl meiner Stunden resp. Tage verringern. Momentan habe ich keine Energie und keinen Kopf für meine eigentliche Arbeit und das, was mir ebenso Spaß macht, nämlich Webseiten zu erstellen. Mein Ziel war, mit einer Teilzeitstelle unter Leuten zu sein; wenn es mich aber zuviel Kraft kostet und von meiner eigentlichen Tätigkeit – und dem Geld verdienen (!) – abhält, bin ich schneller weg, als sie “referentielle Integrität” sagen können.

Das ist ein schönes Wort: “referentielle Integrität”. Finde ich.

Wissendes Aufräumen

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Vor ein paar Tagen habe ich meinen Keller ausgeräumt. Seitdem liegen in meiner Wohnung noch ein paar Bücher und ein paar Ordner zum Entsorgen herum.

Es fällt mir auf der einen Seite schwer, mich von einigen Unterlagen – gerade aus dem Studium – zu trennen, auf der anderen Seite brauche ich sie bestimmt nie wieder. Und ich habe eine Riesenkiste mit Unterlagen zu meiner SAP BW 3.5-Schulung. Anfang dieser Woche war mein ehemaliger Trainer in München und wir haben uns abends getroffen. Ich habe ihn gefragt, ob ich mit diesen Unterlagen noch jemals etwas anfangen kann… Er meinte nur, dass SAP jetzt auf dem Stand von BI 7.3 ist und mindestens 50% der Informationen überholt sind; wenn nicht noch mehr. Ich könne sie mit gutem Gewissen entsorgen.

Das habe ich eben getan: zwei Mal bin ich mit einer SAP-Tüte voll Altpapier zum Container gelaufen. Dafür sind die SAP-Schulungstüten echt perfekt! Auch wenn meine an den Tragegriffen langsam ausfranst; naja, sie ist ja auch schon ein bisschen älter. Eine halbe blaue Tonne ist jetzt voll mit Daten und Büchern. An dieser Stelle will ich noch nicht einmal von Informationen reden, denn sie sind ohne einen Kontext von Relevanzen.

Ach, da sind sie wieder, ein paar Bruchstücke meines Wissens. Beim Bäcker bin ich auch schon über implizites Wissen gestolpert: Michael Polanyi hat implizites Wissen beschrieben und eines seiner Beispiele waren Bäcker. Früher haben sie den Teig noch selbst zusammengemischt und geknetet, heute drücken sie nur noch auf einen Knopf und die vorgefertigten Teigwaren werden mit dem ausgewählten Programm fertiggestellt.

Nach der zweiten Definition bin auch ich Bäcker, denn just heute habe ich meine ersten Brezn und Semmeln selbst gebacken! Heißt: ich habe die tiefgekühlten Convenience-Produkte mit dem richtigen Programm im Ofen fertig backen lassen. Natürlich mit der entsprechenden Vorbehandlung und Aufmerksamkeit.