Beiträge mit dem Tag ·

Freundlichkeit

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Einstellungssache

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Zur Eröffnung des neuen Drogeriemarktes in Giesing war gefühlt ganz München im Laden. Ich habe mich mit einigen Kunden unterhalten, die ob der Menschenmenge völlig gestresst waren. Hm, finde den Fehler… Für mich war es nicht besonders anstrengend und ich habe alle Kunden mit einem strahlenden Lächeln begrüßt. Ich war tiefenentspannt. Das ist auch einer älteren Dame aufgefallen, die meinte, dass es Einstellungssache ist, ob man sich stressen läßt oder eben nicht. So sieht es aus! Mir hat es total Laune gemacht, das Gewusel um mich herum zu beobachten und dem einen und der anderen ein gutes Gefühl zu geben. Diese Arbeit macht mir Spaß.

Ende letzten Jahres habe ich mit meinen zwei Mädels ausgemacht, dass wir meinen Geburtstag zusammen feiern. Sie sind meine ältesten Freundinnen, die eine seit der Grundschule, und die letzten Jahre ist es durch berufliche und familiäre Verpflichtungen selten dazu gekommen, dass wir uns jedes Jahr mindestens ein Mal sehen und zusammen in Urlaub fahren. Jetzt aber! Bei jedem Vorstellungsgespräch, das ich in den letzten Monaten geführt habe, habe ich gesagt, dass ich Ende Mai für ein paar Tage weg bin. Das war nirgendwo ein Problem. Tja, im Drogeriemarkt hatte ich es auch bekannt gegeben, allerdings ist es im Zuge der Filialeröffnung und des Umzuges untergegangen.

Normalerweise bekommt man seine Arbeitszeiten rechtzeitig, so dass man die nächsten Wochen planen kann. Das ist aus o.g. Gründen aktuell nicht der Fall. Als ich meine Zeiten bekommen habe, soll ich meinen geplanten Urlaub durcharbeiten! Also bin ich zum nächstmöglichen Termin zu meiner Vorgesetzten und habe gesagt, dass ich nicht da bin. Und auch wenn es ihr nicht Recht war, dass sie umplanen muss, so hat sie mir dennoch frei gegeben. Was in der Probezeit nicht unbedingt die Regel ist. Sie meinte: “Ich brauche sie hier” und war ziemlich ärgerlich, dass sie den Dienstplan umschreiben muss. Aber: sie hat mir frei gegeben und ich hatte den Eindruck, dass meine Arbeit dort für sie wichtig ist, damit alles funktioniert. Das ist ein schönes Gefühl.

Nikolausi? Osterhasi!

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An Nikolaus hab ich auch wieder Brötchen verkauft; mit einer rot-weißen Weihnachtsmannmütze auf. Oder Weihnachtsfraumütze? Egal. Die Kunden hat´s gefreut.

Am Nachmittag kam eine ältere Frau mit ihrem Enkel und sie haben auf den Nikolaus gewartet. Der soll durch´s Viertel laufen, haben sie gesagt. Die Wartezeit wurde, wie für einen bayerischen Buben üblich, mit einer Brezn überbrückt. Nach einer ganzen Weile sind sie wieder auf die Suche gegangen. Und tatsächlich: als es schon dunkel war, kam der Nikolaus auch bei uns vorbei. In voller Montur und mit einem Rauschgoldengel. Und sie haben Geschenke verteilt; auch ohne Gedicht und ohne ein kleines Kind zu sein. Das war eine nette Idee! Und sein Kostüm war sensationell! Vom Rauschgoldengel sowieso.

Ich kam mir ja eher vor wie Osterhasi (nein, ich werde keine Hasenohren aufsetzen und keinen Puschel ankleben), aber “Geschenke” habe ich gefunden. Und das ist wohl eher Osterbrauch. Am frühen Abend hat uns eine Kundin mit kleinem Kind um die Zeche geprellt: als ich sie abkassieren wollte, war sie schon verschwunden. Tja, blöderweise hat ihr Kind bei uns einen Handschuh vergessen… Ob das die Zechprellerei wert war? Ich denke nicht.

Samstags in der Stadt

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Eigentlich vermeide ich es, samstags in die Stadt zu gehen. Heute musste ich noch ein paar Dinge besorgen, also bin ich gegen Mittag über die Isar gelaufen. Und was sehe ich? Es wird nicht nur auf dem Eisbach gesurft, sondern auch auf der Isar an der Wittelsbacher Brücke!

In der Nähe vom Stachus werde ich von einer jungen Frau angesprochen, mit der ich im Vorbeigehen Verstecken an einer Säule gespielt habe. Dann kommt sie mit ihrem uno-Flüchtlingshilfe-Anhänger doch auf mich zu. Ach nein, ich habe gerade keine Lust, an einer Umfrage teilzunehmen; und das sage ich ihr auch. Da meint sie: “Och, wir können uns auch so unterhalten.” Ich würde so freundlich aussehen… Ich? Freundlich? Heute? Ich bin erkältet, meine Nase läuft und mein Rücken tut weh. Und das sage ich ihr auch. Das würde man mir gar nicht ansehen. Na, dann. Wir quatschen ein paar Minuten.

Später stehe ich in der Stadtmitte in einem Kaufhaus und überlege, wo ich Halstabletten finde. Da kommt eine kleine Frau auf mich zu und wedelt mit ihrer Seife vor meiner Nase: “Kasse, bitte?” Ich zeige auf die Kasse ein paar Meter weiter und sie wackelt mir zuwinkend dorthin.

Durch die Fußgängerzone werde ich nicht gehen; schließlich war heute München-Marathon. Die Stadt ist voll. So wie wahrscheinlich jeden Samstag. Über Schleichwege laufe ich zur Schrannenhalle und kaufe im Milka-Laden ein bisschen Schokolade. “2,10 €”, meint die Dame an der Kasse. Ich lege ihr einen 20 €-Schein auf die Theke, nachdem ich mein Kleingeld durchgesehen habe. “Oh, schade, ich habe nur 2,09 €.” “Dann geben Sie mir das”, sagt sie, schiebt mir den Schein hin und nimmt ein Cent-Stück aus ihrer Trinkgeldkasse. Das finde ich nett!

Kaum bin ich die Treppe hochgelaufen, steht ein mind. 2,50 m großer Mann mit mind. einem Meter Schulterbreite vor mir und schiebt mir ein Stück Schokolade in den Mund. Im Hinausgehen sehe ich noch einen auf Stelzen. Genüsslich lasse ich die Schokoladenpyramide in meinem Mund zergehen.

Emotionale Vampire

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Emotionale Vampire sind für mich Menschen, mit denen es mir nicht gut geht. Es sind Menschen, die mir meine Energie und meine Lebenskraft aussaugen. Die meine Freundlichkeit und meine Kontakte ausnutzen. Bei denen es immer nur um sie geht. Die immer jammern. Die nie zuhören, sondern meine Kommentare nutzen, um wieder über sich zu sprechen. Bei denen man immer draufzahlt: emotional, finanziell, psychisch. Die mich als Publikum und seelischen Mülleimer brauchen, gebrauchen und missbrauchen.

Dazu bin ich nicht mehr bereit.

Sicher, in einer Freundschaft ist Geben und Nehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt meist auch nicht ausgewogen. ABER: im Grunde stimmt es. Und ich fühle mich als Freundin wertvoll und wertgeschätzt, wenn ich meine Schulter, meine Zeit, mein Herz und Hirn, meine Hände anbieten kann und sie genutzt und gebraucht werden. Hierbei habe ich ein gutes Gefühl. DENN: es beruht auf Gegenseitigkeit.

Wenn ich jemanden als (für mich!) emotionalen Vampir definiert habe, werde ich mich nicht mehr melden. Ich werde keine weitere Zeit und Energie in für mich unerfreuliche, anstrengende Begegnungen und Gespräche stecken. Da verbringe ich meine Zeit lieber alleine. Und gestalte sie so, dass ich mich wohl fühle.

Punkt.

Straßenverkauf

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Ein guter Freund hat ein paar Päckchen für seine neue Wohnung in meine Wohnung liefern lassen, da ich im Moment öfter zu Hause bin. Heute haben wir seinen Kaffeevollautomaten ins Auto getragen, das bei mir vor der Tür stand. Wir haben uns noch über den Feinschliff seiner Wohnungseinrichtung unterhalten, als ein Auto mit DU-Kennzeichen neben uns und fast mitten auf der Straße hielt. Eine etwas ältere Dame mit weißen Haaren und völlig aufgelöst ist auf uns zu gekommen. Ich habe schon damit gerechnet, dass sie uns anspricht, als sie ihr Fahrzeug abgestellt hat…

Ihr eingebautes Navigationsgerät hat sie im Stich gelassen, sie ist schon viel zu spät und weiß nicht, wie sie in die Krüner Straße kommen soll… Die Karte auf dem iPhone war in diesem Fall auch nicht ausreichend, so dass ich hoch in meine Wohnung gesprungen bin und meine Stadtkarte von München geholt habe. Die habe ich mir 2005 gekauft, als ich nach München gezogen bin und sie hat einige Umzüge und ganz viele Spaziergänge hinter sich. Mittlerweile ist sie auch ein paar Mal geklebt, trotzdem noch eingerissen und umgeknickt, und ich wollte mir schon seit längerem eine neue kaufen.

Tja, letztendlich hat sie mir meine Uraltstraßenkarte von München abgekauft, sich den Weg darauf zeigen lassen und ihn eingezeichnet und ist mit quietschenden Reifen in die richtige Richtung gefahren. Vorher hat sie noch gemeint, dass sie von den Menschen in München sehr angetan ist. Die sind ja so freundlich und hilfsbereit!

Und ich werde mir eine neue Karte kaufen, in der auch alle U-Bahnen eingezeichnet sind. Da freu ich mich!

Unsichtbar auf dem Fahrrad

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Heute war ich mit dem Fahrrad unterwegs; bei dem Wetter gibt es dafür nur ein Wort: wundervoll! An der Stadtbücherei bin ich von ein paar Studenten angesprochen worden, die mit einer Riesenleinwand, Farben und Pinseln herumgelaufen sind. Sie machen ein Uni-Projekt und suchen Leute, die sich in irgendeiner Form auf der Leinwand verewigen. Nun ja, mit meinen Malkünsten ist es nicht so weit her, also habe ich meinen hinteren Fahrradreifen rot, mit blauen und schwarzen Tupfen, angemalt und bin über die Leinwand gerollt. Das Ganze wurde dann auch fotografiert. Schade, dass ich heute meine Kamera nicht dabei hatte… Beim Weiterfahren habe ich noch rote Fahrspuren auf dem Radweg hinterlassen. Als ob ich ein Kaninchen überfahren hätte. Mindestens! Das war lustig.

Leider sind aber die meisten Autofahrer allein auf der Welt, denn im Westend ist ein Riesenfahrzeug mit LL-Kennzeichen gaaaanz langsam aus der Auffahrt auf den Fahrradweg gerollt. Und mir schließlich mitten im Weg stehen geblieben. Wenn der Fahrer noch zwei Meter vor gefahren wäre, wäre er immer noch nicht auf der Straße, mir aber aus den Füßen gewesen.

Also: Vollbremsung. Das Auto stand und ich bin mit dem Vorderreifen an seine Tür gestupst. Völlig erschreckt hat der Fahrer die Scheibe heruntergekurbelt und mich entgeistert angeguckt. Warum ich denn sein Auto anstupsen würde? Hm, vielleicht, weil es auf dem FAHRRADWEG steht. Leider hat mein Reifen nur eine Staubspur auf seiner Tür hinterlassen. Ich hätte den Vorderreifen anmalen sollen, dann wäre zumindest die Möglichkeit gewesen, dass er einen entsprechenden Abdruck auf der Tür gehabt hätte… So ein Vogel!

“Frau Hermes ist am Montag wieder da.”

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Heute Mittag war ich joggen. Am Giesinger Teich habe ich es im Gebüsch rascheln hören und genauer hingeschaut. Es war keine Amsel, kein Eichhörnchen, keine Drossel und es hat eine Weile gedauert, bis ich erkannt habe, was es ist. Eine Schlange! Zum Glück “nur” eine Ringelnatter; Respekt hatte ich trotzdem.

In dieser kurzen Sport-Zeit wurde versucht, mir ein Päckchen zuzustellen. Ohne Erfolg. Am Klingelschild klebte ein Abholschein für die Schneiderei um die Ecke. Also bin ich gleich dort vorbei. Offensichtlich eine Ausländerin hat mich in Empfang genommen und wollte schauen, was auf meinem Zettel steht. Ich habe ihr zu verstehen gegeben, dass für mich von Hermes ein Päckchen abgegeben worden ist, das ich gerne abholen würde. Darauf meinte sie: “Frau Hermes ist am Montag wieder da.”

???

Ihre Kollegin kam kurz darauf ebenfalls in den Laden und hat das Missverständnis aufgeklärt – und ich durfte mir das passende Paket aussuchen. Breit grinsend und Päckchen tragend bin ich in meine Wohnung. Den Spruch find ich gut: “Frau Hermes ist am Montag wieder da.” Ich wusste gar nicht, dass der Götterbote eine Frau hat…

Bildergeschichte von Fahrrädern, Haaren und Hunden

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Am Sonntag saß ich mit einer guten Freundin an der Isar und sie hat das Bild von meinen “neuen” Haaren gemacht: Farb-Ergebnis. Und just diese Aktion hat ein Herr aufgenommen, den ich aktuell auf meiner Website (bzw. “Radler an der Isar” in der Galerie) anzeige. Ihn hatte ich schon vorher fotografiert. Er war mit Freunden und dem Fahrrad unterwegs; da sie aber nicht wirklich schnell gefahren sind und auch immer wieder Pause gemacht haben, waren wir an der Isar immer wieder gleich auf und sind ins Gespräch gekommen. Und er musste dann noch mich fotografieren wie ich fotografiere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und zum Abschluss noch den Hund, den ich fotografiert habe und der sich ziemlich lange bitten ließ, bis er seinem Ball in der Isar nachgejagt ist.

 

 

 

 

 

 

 

Wissen, was man will und kann

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Diese Woche bin ich an einem Restaurant vorbei gelaufen, in dem zwei Männer draußen saßen. Die Bedienung hatte ihnen die Speisekarten gebracht und gemeint, dass manche gleich wüssten, was sie wollten. Darauf meinte der eine: “Was ich im Leben will, weiß ich genau.” Leider hatte ich einen Termin und keine Zeit ihn zu fragen, woher er das weiß.

Woher weiß ich denn, was ich will? Ich weiß eher, was ich NICHT will. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss aber nicht, was ich will.

Mein Studium der Soziologie hat sehr lange gedauert; und ich habe es genossen. Als ich wusste, in welche Richtung ich gehen will, was mein Ziel ist, habe ich zum Thema Wissensmanagement meine Diplomarbeit geschrieben. Mich interessiert, wie sich die Arbeitsbedingungen verändern und welche Auswirkungen es auf die Gesellschaft und den Einzelnen hat. Ich wollte Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt.

Nach einem kurzen Ausflug in die Zukunftsforschung habe ich die Beratung für mich entdeckt. Hier konnte ich das SAP-Portal an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen; naja, jedenfalls im Standard. Auch die Reiserei durch Deutschland fand ich spannend. Leider blieb dabei ziemlich viel auf der Strecke: meine Beziehung, ein Freundeskreis, ein Netzwerk.

Durch meine Weiterbildung als Webmanager habe ich meine “alten” Wünsche wieder für mich entdeckt: ich will Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt. Daher werde ich jetzt Webseiten gestalten, die genau das erfüllen. Ich will Spaß an und mit meiner Arbeit haben und genau das vermitteln. In div. Jobs habe ich festgestellt, dass man als “unprofessionell” wahrgenommen wird, wenn man viel lacht. Ich lache sehr gerne! Und ich war nie die “typische” Beraterin, die immer wie aus dem Ei gepellt zum Kunden kommt. Es gefällt mir durchaus, wenn andere Frauen so auftreten, aber meine Rolle ist es nicht. Meine Haare waren immer ein bisschen zerzaust und meine Schminke besteht nur aus Wimperntusche.

Freundlichkeit kommt weiter! Das ist meine Erfahrung und das ist mein Naturell. Freu-ndlichkeit und Freu-de hängen zusammen. Das will ich vermitteln. So will ich arbeiten und so will ich leben. Ich genieße es, die Herrin meiner Zeit zu sein; das war mir schon immer wichtig. Das heißt jetzt nicht, dass ich mich auf die faule Haut legen und von Hartz IV leben will, sondern im Gegenteil, ich will mit der Arbeit, die mich erfüllt und befriedigt, meinen Lebensunterhalt bestreiten, denn ich arbeite gern. Tja, und weil ich viel leichter erfassen kann, was mein Kunde will, dauert es wohl noch ein bisschen, bis meine eigene Website fertig ist. Aber das macht nichts, denn sie soll sich entwickeln und ich werde sie immer wieder ändern. Weil ich es kann.