Diese Woche bin ich an einem Restaurant vorbei gelaufen, in dem zwei Männer draußen saßen. Die Bedienung hatte ihnen die Speisekarten gebracht und gemeint, dass manche gleich wüssten, was sie wollten. Darauf meinte der eine: “Was ich im Leben will, weiß ich genau.” Leider hatte ich einen Termin und keine Zeit ihn zu fragen, woher er das weiß.

Woher weiß ich denn, was ich will? Ich weiß eher, was ich NICHT will. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss aber nicht, was ich will.

Mein Studium der Soziologie hat sehr lange gedauert; und ich habe es genossen. Als ich wusste, in welche Richtung ich gehen will, was mein Ziel ist, habe ich zum Thema Wissensmanagement meine Diplomarbeit geschrieben. Mich interessiert, wie sich die Arbeitsbedingungen verändern und welche Auswirkungen es auf die Gesellschaft und den Einzelnen hat. Ich wollte Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt.

Nach einem kurzen Ausflug in die Zukunftsforschung habe ich die Beratung für mich entdeckt. Hier konnte ich das SAP-Portal an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen; naja, jedenfalls im Standard. Auch die Reiserei durch Deutschland fand ich spannend. Leider blieb dabei ziemlich viel auf der Strecke: meine Beziehung, ein Freundeskreis, ein Netzwerk.

Durch meine Weiterbildung als Webmanager habe ich meine “alten” Wünsche wieder für mich entdeckt: ich will Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt. Daher werde ich jetzt Webseiten gestalten, die genau das erfüllen. Ich will Spaß an und mit meiner Arbeit haben und genau das vermitteln. In div. Jobs habe ich festgestellt, dass man als “unprofessionell” wahrgenommen wird, wenn man viel lacht. Ich lache sehr gerne! Und ich war nie die “typische” Beraterin, die immer wie aus dem Ei gepellt zum Kunden kommt. Es gefällt mir durchaus, wenn andere Frauen so auftreten, aber meine Rolle ist es nicht. Meine Haare waren immer ein bisschen zerzaust und meine Schminke besteht nur aus Wimperntusche.

Freundlichkeit kommt weiter! Das ist meine Erfahrung und das ist mein Naturell. Freu-ndlichkeit und Freu-de hängen zusammen. Das will ich vermitteln. So will ich arbeiten und so will ich leben. Ich genieße es, die Herrin meiner Zeit zu sein; das war mir schon immer wichtig. Das heißt jetzt nicht, dass ich mich auf die faule Haut legen und von Hartz IV leben will, sondern im Gegenteil, ich will mit der Arbeit, die mich erfüllt und befriedigt, meinen Lebensunterhalt bestreiten, denn ich arbeite gern. Tja, und weil ich viel leichter erfassen kann, was mein Kunde will, dauert es wohl noch ein bisschen, bis meine eigene Website fertig ist. Aber das macht nichts, denn sie soll sich entwickeln und ich werde sie immer wieder ändern. Weil ich es kann.