Beiträge mit dem Tag ·

München

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Straßenverkauf

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Ein guter Freund hat ein paar Päckchen für seine neue Wohnung in meine Wohnung liefern lassen, da ich im Moment öfter zu Hause bin. Heute haben wir seinen Kaffeevollautomaten ins Auto getragen, das bei mir vor der Tür stand. Wir haben uns noch über den Feinschliff seiner Wohnungseinrichtung unterhalten, als ein Auto mit DU-Kennzeichen neben uns und fast mitten auf der Straße hielt. Eine etwas ältere Dame mit weißen Haaren und völlig aufgelöst ist auf uns zu gekommen. Ich habe schon damit gerechnet, dass sie uns anspricht, als sie ihr Fahrzeug abgestellt hat…

Ihr eingebautes Navigationsgerät hat sie im Stich gelassen, sie ist schon viel zu spät und weiß nicht, wie sie in die Krüner Straße kommen soll… Die Karte auf dem iPhone war in diesem Fall auch nicht ausreichend, so dass ich hoch in meine Wohnung gesprungen bin und meine Stadtkarte von München geholt habe. Die habe ich mir 2005 gekauft, als ich nach München gezogen bin und sie hat einige Umzüge und ganz viele Spaziergänge hinter sich. Mittlerweile ist sie auch ein paar Mal geklebt, trotzdem noch eingerissen und umgeknickt, und ich wollte mir schon seit längerem eine neue kaufen.

Tja, letztendlich hat sie mir meine Uraltstraßenkarte von München abgekauft, sich den Weg darauf zeigen lassen und ihn eingezeichnet und ist mit quietschenden Reifen in die richtige Richtung gefahren. Vorher hat sie noch gemeint, dass sie von den Menschen in München sehr angetan ist. Die sind ja so freundlich und hilfsbereit!

Und ich werde mir eine neue Karte kaufen, in der auch alle U-Bahnen eingezeichnet sind. Da freu ich mich!

Ich bin nicht allein!

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Das ist heute mal ein rundum erfolgreicher Tag!

Seit dem letzten Wochenende bin ich dabei, die Website für den Architekten online zu stellen. Dazu musste ich erst eine Migration von Contao 2.10.4 auf 2.11.4 durchführen und testen. Als alles funktioniert hat, inklusive der noch nicht für diese Version freigegebenen Erweiterungen (!), wollte ich es bei Alfahosting installieren. DAS hat dann Tage gedauert! Immer wieder Daten auf den Server hochladen, prüfen, nachpflegen, prüfen etc. Und immer hat es irgendetwas anders zerschossen. Immer wieder eine andere Fehlermeldung. Und Daten hoch- und runterzuladen oder auch zu löschen kann auf dem Server ewig dauern. Zum Glück habe ich gerade zwei Tageszeitungen…

Gestern habe ich noch einmal ALLES platt gemacht. Und heute morgen ganz neu angefangen. Dazu die Ursprungsseite von Alfahosting wieder aktiviert. Okay, deren Anzeige funktioniert. Die neuste Contao-Version direkt bei ihnen heruntergeladen und die Startseite wieder deaktiviert.

Dann die Meldung: “No root page found” auf einem weißen Bildschirm. Was in diesem Zusammenhang eine wunderbare Meldung war, da es mir gezeigt hat, dass Contao angesprochen wird. Theme, Layout, CSS etc. hochgeladen, Datenbank in einem Rutsch importiert, Bilder in den richtigen Ordner geschoben – und alles war da!

Woran es gelegen hat, dass es vorher nicht funktioniert hat? Darüber kann ich nur spekulieren, aber die anderen Male wurde kein User in der Datenbank angelegt; und den brauche ich, da er über Contao angesprochen wird. Kein Datenbankuser, kein Login im Contao-Backend. Und diese Meldung hatte ich.

Vielleicht hat er sich auch an der ursprünglichen Startseite verschluckt. Egal. Jetzt funktioniert es! Und wieder was gelernt.

Startseite als erstes deaktivieren – und gucken, was dann angezeigt wird. D.h. jetzt kann ich auch andere Webseiten anlegen und auf ihnen entweder in html oder gleich in einem abgespeckten Contao anzeigen, dass hier bald mehr zu sehen ist.

Sehr schön, die Kunden können kommen. :-)

Nach diesem Erfolgserlebnis bin ich joggen gegangen und habe im Rosengarten junge Turmfalken gesehen. Das sind bestimmt die aus der Blumenstraße, denn deren Nest ist leer. Und ich war nicht die einzige, die nach den Vögeln geguckt hat. Auf der Wiese lag eine Familie mit Fernglas. Wir haben dann gefachsimpelt, ob es jetzt die Turmfalkenjungen oder Sperber sind. Ich war ganz klar für die Turmfalken! Schließlich wohnt der eine im Rosengarten.

Direkt zwischen den Rosen stand eine Dame, die auch nach diesen Vögeln geguckt hat und wir sind ins Gespräch gekommen. Sie hat mit ihrem Mann einen Tagesausflug aus den Bergen nach München gemacht und ich habe ihnen eine kurze Erklärung zu den Hummelnistkästen, dem Verhalten von Hummeln bei der Haussuche gegeben und ihnen den Tastgarten gezeigt. Der Mann hat einen ganz ähnlichen Humor wie mein Vater, denn er hätte im Tastgarten auch Brennnesseln angebaut – und per Brailleschrift darauf hingewiesen. Okay, vielleicht ist der Tastgarten auch nicht dazu gedacht, dass man die Blümchen und Kräuter anfingert…

Ich fand´s lustig. Und freu mich immer noch, dass ich begriffen habe (im wahrsten Sinne des Wortes), wie die Installation einer Website gemacht werden kann.

Ein gutes Gefühl

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Gestern war ich das erste Mal seit längerem wieder in Yoga. Auf dem Weg dorthin hat mich eine ältere Vietnamesin angesprochen: “Entschuldigung, vietnamesisches Restaurant?” Es war offensichtlich, dass sie nicht gut deutsch sprach, also habe ich ihr per Handzeichen und einer Beschreibung mit wenigen Worten verdeutlicht, wo ein vietnamesisches Restaurant ist. Ich hoffe, sie hat meine Beschreibung verstanden, sagte “Danke” und trippelte weiter.

Das Yogastudio ist mitten in der Innenstadt mit sensationellem Blick auf die Frauenkirche. Und weil das Wetter schön war, haben wir auf der Dachterrasse trainiert. Schade, dass ich kein Handtuch dabei hatte, das hätte ich gebraucht; auch, aber weniger wegen der Sonne… Die Yoga-Stunde war für Anfänger, genannt Ashtanga Yoga Intro, und sehr schweißtreibend. Ich finde es ein tolles Gefühl, körperlich völlig erschöpft zu sein. Am nächsten Morgen hatte ich Muskelkater, nur ein bisschen und gleichmäßig über den Körper verteilt. Ein gutes Gefühl!

Da werde ich doch heute sportlich ein wenig kürzer treten; und lieber mit dem Bus fahren.

Auf der Suche nach einem Brautmodengeschäft

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Heute Mittag war ich am Sendlinger Tor, als ich von einer Frau mit einem Mann und einem jungen Pärchen im Schlepptau angesprochen wurde: “Entschuldigung, wo gibt es denn hier noch ein Brautmodengeschäft?” Das fragt sie mich? Ich, die ich ungeschminkt, mit nass gewordenen und luftgetrockneten Haaren, in Jeans und T-Shirt sowie mit meinem Bundeswehrrucksack in der Stadt unterwegs bin?! Seh ich so aus, als würde ich wissen, wo es Brautkleider gibt??

Meiner Ansicht nach gibt es ein paar große Geschäfte in der Sonnenstraße, aber die hatten sie wohl alle schon besichtigt. Wie sie denn zu “Konen” kämen, dem großen Bekleidungshaus in der Sendlinger Straße; den Namen hatten sie auf einem Zettel notiert. Ich zeige ihnen den Weg und sie bedanken sich sehr herzlich.

Vor mich hin grinsend laufe ich weiter. Diese Frau habe ich vorher nicht angesehen, sondern sie kam zielstrebig auf mich zu. Vielleicht sollte ich die Leute, die mich fragen, mal fragen, warum sie mich fragen?!?

Über den Wert der Freundschaft

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Die letzten Tage habe ich mich mit dem Thema Freundschaft auseinandergesetzt. Das (fast) jeder Freunde möchte und braucht soll nicht das Thema sein. Mir geht es eher darum, was bin ich als Freund “wert”.

In meinem Leben gibt es ein paar sehr gute Freunde; teilweise kenne ich sie aus der Schulzeit. Uns verbinden gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Geschichten und eben eine lange Zeit. Dabei kommt es mir nicht darauf an, regelmäßig in Kontakt zu sein, viel wichtiger ist, dass ich WEISS, dass sie da sind; auch und gerade, wenn ich sie brauche. Oder eben sie mich, z.B. für einen Umzug. Und ein Umzug mit Klappkisten und nur zu zweit ist schon eine ganz besondere Herausforderung!

Ich bin dankbar für eine Freundin, die mir geholfen hat, meine Wohnung in Darmstadt auszuräumen und gefühlt mein Leben als Sperrmüll auf die Straße zu stellen; eben bei einem Umzug. Sie war da und hat mit angepackt – und sich nicht mit einem Fläschchen Sekt danebengestellt, um auf mein neues Leben in München anzustoßen. Es ist das Gespür für das in dem Moment “Richtige”, das gute Freunde auszeichnet. Geteiltes Leid, verdoppelte Freude. Eigentlich ganz einfach.

Letzte Woche hatte ich das Glück, eine ganz besondere Männerfreundschaft zu beobachten, völlig ohne “mein Haus, mein Auto, meine Frau”. Diese Beziehung ist offen, respektvoll, emotional, verständnis- und vertrauensvoll. Und, nein, keine Liebesbeziehung. In meinem Leben möchte ich Freunde, mit denen ich meinen Wert von und an Freundschaft verwirklichen und teilen kann. Das ist mir wichtig und daran arbeite ich.

Dem Ausspruch “Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft” kann ich bedingt zustimmen. Geschenke sind für mich nicht zwangsläufig materiell, sondern können genau so in Zeit, Aufmerksamkeit und – ja – Liebe erfolgen. Und auch in dem Gespür, worüber sich der andere freuen würde. Es ist nicht alles selbstverständlich! Und es ist auch eine Art von Arbeit; die sich lohnt. Finde ich.

1000 km in zwei Tagen

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Diese Strecke habe ich die letzten beiden Tage im Transporter, hauptsächlich auf der Autobahn, zurückgelegt. Dieses Mal fiel mir bewusst auf, wie sich der Mensch die Erde untertan gemacht hat: zersiedelt, verkabelt, verbreitert, beschleunigt, “kultiviert”. Und es ist mir ein weiteres Mal bewusst geworden, dass ich MEIN Leben NICHT auf der Beschleunigungs- und Überholspur verbringen will. Wahrscheinlich sind mir deshalb die Raben, Milane, Weihen und Sperber aufgefallen, die sich in der Nähe der Autobahn aufhalten. Sie machen das Beste aus der Situation; und erleichtern sich die Nahrungssuche.

Die Rückfahrt nach München war dann wie Heimkommen. Hier will ich wohnen, arbeiten, leben.