Die letzten Tage habe ich mich mit dem Thema Freundschaft auseinandergesetzt. Das (fast) jeder Freunde möchte und braucht soll nicht das Thema sein. Mir geht es eher darum, was bin ich als Freund “wert”.

In meinem Leben gibt es ein paar sehr gute Freunde; teilweise kenne ich sie aus der Schulzeit. Uns verbinden gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Geschichten und eben eine lange Zeit. Dabei kommt es mir nicht darauf an, regelmäßig in Kontakt zu sein, viel wichtiger ist, dass ich WEISS, dass sie da sind; auch und gerade, wenn ich sie brauche. Oder eben sie mich, z.B. für einen Umzug. Und ein Umzug mit Klappkisten und nur zu zweit ist schon eine ganz besondere Herausforderung!

Ich bin dankbar für eine Freundin, die mir geholfen hat, meine Wohnung in Darmstadt auszuräumen und gefühlt mein Leben als Sperrmüll auf die Straße zu stellen; eben bei einem Umzug. Sie war da und hat mit angepackt – und sich nicht mit einem Fläschchen Sekt danebengestellt, um auf mein neues Leben in München anzustoßen. Es ist das Gespür für das in dem Moment “Richtige”, das gute Freunde auszeichnet. Geteiltes Leid, verdoppelte Freude. Eigentlich ganz einfach.

Letzte Woche hatte ich das Glück, eine ganz besondere Männerfreundschaft zu beobachten, völlig ohne “mein Haus, mein Auto, meine Frau”. Diese Beziehung ist offen, respektvoll, emotional, verständnis- und vertrauensvoll. Und, nein, keine Liebesbeziehung. In meinem Leben möchte ich Freunde, mit denen ich meinen Wert von und an Freundschaft verwirklichen und teilen kann. Das ist mir wichtig und daran arbeite ich.

Dem Ausspruch “Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft” kann ich bedingt zustimmen. Geschenke sind für mich nicht zwangsläufig materiell, sondern können genau so in Zeit, Aufmerksamkeit und – ja – Liebe erfolgen. Und auch in dem Gespür, worüber sich der andere freuen würde. Es ist nicht alles selbstverständlich! Und es ist auch eine Art von Arbeit; die sich lohnt. Finde ich.