Beiträge mit dem Tag ·

Wissen

·...

Wissendes Aufräumen

kein kommentar

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Keller ausgeräumt. Seitdem liegen in meiner Wohnung noch ein paar Bücher und ein paar Ordner zum Entsorgen herum.

Es fällt mir auf der einen Seite schwer, mich von einigen Unterlagen – gerade aus dem Studium – zu trennen, auf der anderen Seite brauche ich sie bestimmt nie wieder. Und ich habe eine Riesenkiste mit Unterlagen zu meiner SAP BW 3.5-Schulung. Anfang dieser Woche war mein ehemaliger Trainer in München und wir haben uns abends getroffen. Ich habe ihn gefragt, ob ich mit diesen Unterlagen noch jemals etwas anfangen kann… Er meinte nur, dass SAP jetzt auf dem Stand von BI 7.3 ist und mindestens 50% der Informationen überholt sind; wenn nicht noch mehr. Ich könne sie mit gutem Gewissen entsorgen.

Das habe ich eben getan: zwei Mal bin ich mit einer SAP-Tüte voll Altpapier zum Container gelaufen. Dafür sind die SAP-Schulungstüten echt perfekt! Auch wenn meine an den Tragegriffen langsam ausfranst; naja, sie ist ja auch schon ein bisschen älter. Eine halbe blaue Tonne ist jetzt voll mit Daten und Büchern. An dieser Stelle will ich noch nicht einmal von Informationen reden, denn sie sind ohne einen Kontext von Relevanzen.

Ach, da sind sie wieder, ein paar Bruchstücke meines Wissens. Beim Bäcker bin ich auch schon über implizites Wissen gestolpert: Michael Polanyi hat implizites Wissen beschrieben und eines seiner Beispiele waren Bäcker. Früher haben sie den Teig noch selbst zusammengemischt und geknetet, heute drücken sie nur noch auf einen Knopf und die vorgefertigten Teigwaren werden mit dem ausgewählten Programm fertiggestellt.

Nach der zweiten Definition bin auch ich Bäcker, denn just heute habe ich meine ersten Brezn und Semmeln selbst gebacken! Heißt: ich habe die tiefgekühlten Convenience-Produkte mit dem richtigen Programm im Ofen fertig backen lassen. Natürlich mit der entsprechenden Vorbehandlung und Aufmerksamkeit.

Offene Rechnungen, Teil 1

kein kommentar

Gestern habe ich auf einer Messe beim Arbeitsamt München die ICA InterCom Akademie unterstützt, denn dank ihnen habe ich mein Berufsziel gefunden, die nötigen Qualifikationen erhalten und mich selbständig gemacht. Die Veranstaltung war für ALG I-Empfänger, die schriftlich eingeladen worden waren, um sich über unterschiedliche Weiterbildungsangebote zu informieren – und diese auch bezahlt bekommen! Das ist etwas, war ich mir in meiner arbeitslosen Zeit auch gewünscht hätte, statt immer nur Listen mit meinen Bewerbungsaktivitäten zu schicken, für die sich keiner interessiert, denn auf meine E-Mails kam immer die Antwort: “Ihr Anliegen wurde abschließend erledigt.” Was soll das denn heißen?

Mit der Bundesagentur für Arbeit in München habe ich allerdings noch eine Rechnung offen. Meine Weiterbildung als Web-Manager für Marketing, Business und PR wurde auch per Bildungsgutschein gefördert. Ich habe sogar zwei Arbeitgeber gefunden, die mir bestätigt haben, dass sie mich danach einstellen, wenn ich die Weiterbildung erfolgreich absolviere. Beide potentiellen Arbeitgeber haben für mich eine Förderung im sog. WeGebAU-Programm beantragt. WeGebAU steht für “Weiterbildung gering qualifizierter und älterer Arbeitnehmer” – und es wurde abgelehnt, ohne weitere Prüfung, einfach “Nein”.

Die Begründung: “Das Programm WeGebAU richtet sich an Beschäftigte sowie an Arbeitslose bzw. Arbeitssuchende, die entweder gering qualifiziert, älter oder qualifiziert sind.”

Ja, was denn jetzt? Gering qualifiziert oder qualifiziert? In diesem Fall trifft es auf mich (und den Rest der arbeitenden Bevölkerung) zu. Lesen die beim Amt nicht, was sie schreiben?

Auf diesen Ablehnungsbescheid habe ich Widerspruch eingelegt und erläutert, warum mir – meiner Ansicht nach – eine Förderung durchaus zusteht. Wochenlang habe ich nichts vom Amt gehört. Zwischenzeitlich haben sich sogar Mitarbeiterinnen vom Arbeitgeber-Service für mich eingesetzt. Erfolglos.

Kurz vor Ablauf des ALG I-Geldes hat mich dann meine zuständige Vertreterin der Agentur für Arbeit, Frau K., angerufen. Sie war über ein Jahr für mich zuständig – und kennt mich nicht persönlich! Wenn ich Termine beim Amt hatte, war ich immer bei einer anderen Sachbearbeiterin. Ein paar Monate zuvor hatte Frau K. mir per Telephon vorgeschlagen, dass ich mich doch als SAP-Beraterin selbständig machen sollte… Ja, geht´s noch!? Wissen die, wie es auf dem Markt für SAP-Berater aussieht? Ja, ich weiß ein paar Dinge, SEHR spezielle im Modul HR und hier auch “nur” bei der Learning Solution. Die allerdings hoch und runter. Aber das reicht IN KEINER WEISE, um damit selbständig meinen Lebensunterhalt zu bestreiten! Abgesehen davon haben die beim Amt eh keine Ahnung, was SAP ist oder wie deren Software aussieht. SAP läuft unter ERP. Ohne Worte! Ich habe dann lustige Stellenangebote bekommen zum Thema SAP Module SD, ERP, CS, CRM u.ä. mit Expertenkenntnissen in ERP, erweiterten Kenntnissen in Wirtschaftinformatik etc. Auf diese Stellen habe ich mich nicht beworben, sondern per Mail beim Amt Bescheid gesagt, dass ich von einer Bewerbung absehe, da ich die Ansprüche des Kunden mit meinen Kenntnissen nicht erfüllen kann.

Ich hatte gehört, dass es beim Arbeitsamt auch eine extra Abteilung für Akademiker gibt, der ich mich nicht zugeordnet fühlte. Blöderweise ist Frau K. genau für die Akademiker zuständig; wurde mir gesagt. Meine Anfrage nach einem anderen Betreuer wurde auch nicht entsprochen, da Frau K. dafür die richtige sei.

Kurz vor Ablauf meines ALG I-Geldes rief mich also Frau K. an, um mich davon in Kenntnis zu setzen, dass mein Arbeitslosengeld bald ausläuft. Vielen Dank, das habe ich nicht vergessen! Und ob ich denn schon ALG II beantragt hätte? Das solle ich doch bald tun, denn schließlich würde die Prüfung auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Für diese Information habe ich mich bedankt, und mich schlau gemacht, wie hoch denn ALG II ist. Dann meine Erkenntnis: ALG II = Hartz IV!

Das war ein Schlag in die Magengrube! Abgesehen davon, dass man nicht einfach so Hartz IV bekommt, sondern vorher all seine Ersparnisse aufgebraucht haben muss, bis auf einen kümmerlichen Rest.

Das ist also die Aufgabe der Frau K.: die Arbeitslosen rechtzeitig davon in Kenntnis setzen, dass sie Hartz IV beantragen sollen, statt sie darin zu unterstützen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und Wissen zu erwerben, das es ermöglicht, die nächsten Jahre den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten!

Auf der Messe gestern liefen die Aussteller und Mitarbeiter der Arbeitsagentur mit Namensschildern herum. Frau K. war nicht dabei. Und das war gut für sie, denn sonst hätte der Sicherheitsdienst etwas zu tun gehabt.

Problemlösung

kein kommentar

Seit drei Tagen habe ich immer mal wieder die Lösung gesucht, wie ich die URL ohne index.php auf meiner (zukünftigen) Website anzeigen lassen kann. Viel Probieren und Recherchieren haben mich zur Lösung gebracht: “URLs umschreiben” anhaken, .htaccess.default in .htaccess ändern INKLUSIVE der Auskommentierung RewriteBase.

Jetzt sieht es so aus, wie ich es mir vorstelle. Da freu ich mich!

Wissen, was man will und kann

kein kommentar

Diese Woche bin ich an einem Restaurant vorbei gelaufen, in dem zwei Männer draußen saßen. Die Bedienung hatte ihnen die Speisekarten gebracht und gemeint, dass manche gleich wüssten, was sie wollten. Darauf meinte der eine: “Was ich im Leben will, weiß ich genau.” Leider hatte ich einen Termin und keine Zeit ihn zu fragen, woher er das weiß.

Woher weiß ich denn, was ich will? Ich weiß eher, was ich NICHT will. Daraus ergibt sich im Umkehrschluss aber nicht, was ich will.

Mein Studium der Soziologie hat sehr lange gedauert; und ich habe es genossen. Als ich wusste, in welche Richtung ich gehen will, was mein Ziel ist, habe ich zum Thema Wissensmanagement meine Diplomarbeit geschrieben. Mich interessiert, wie sich die Arbeitsbedingungen verändern und welche Auswirkungen es auf die Gesellschaft und den Einzelnen hat. Ich wollte Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt.

Nach einem kurzen Ausflug in die Zukunftsforschung habe ich die Beratung für mich entdeckt. Hier konnte ich das SAP-Portal an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen; naja, jedenfalls im Standard. Auch die Reiserei durch Deutschland fand ich spannend. Leider blieb dabei ziemlich viel auf der Strecke: meine Beziehung, ein Freundeskreis, ein Netzwerk.

Durch meine Weiterbildung als Webmanager habe ich meine “alten” Wünsche wieder für mich entdeckt: ich will Arbeitsbedingungen schaffen, mit denen es sich gut, intuitiv und einfach arbeiten lässt. Daher werde ich jetzt Webseiten gestalten, die genau das erfüllen. Ich will Spaß an und mit meiner Arbeit haben und genau das vermitteln. In div. Jobs habe ich festgestellt, dass man als “unprofessionell” wahrgenommen wird, wenn man viel lacht. Ich lache sehr gerne! Und ich war nie die “typische” Beraterin, die immer wie aus dem Ei gepellt zum Kunden kommt. Es gefällt mir durchaus, wenn andere Frauen so auftreten, aber meine Rolle ist es nicht. Meine Haare waren immer ein bisschen zerzaust und meine Schminke besteht nur aus Wimperntusche.

Freundlichkeit kommt weiter! Das ist meine Erfahrung und das ist mein Naturell. Freu-ndlichkeit und Freu-de hängen zusammen. Das will ich vermitteln. So will ich arbeiten und so will ich leben. Ich genieße es, die Herrin meiner Zeit zu sein; das war mir schon immer wichtig. Das heißt jetzt nicht, dass ich mich auf die faule Haut legen und von Hartz IV leben will, sondern im Gegenteil, ich will mit der Arbeit, die mich erfüllt und befriedigt, meinen Lebensunterhalt bestreiten, denn ich arbeite gern. Tja, und weil ich viel leichter erfassen kann, was mein Kunde will, dauert es wohl noch ein bisschen, bis meine eigene Website fertig ist. Aber das macht nichts, denn sie soll sich entwickeln und ich werde sie immer wieder ändern. Weil ich es kann.