Beiträge mit dem Tag ·

Zeit

·...

Zeit der Trauer

kein kommentar

Ich finde es sehr spannend zu beobachten, wie mein direktes Umfeld auf den Tod meines Vaters reagiert. Und Menschen, die JETZT nur an sich denken, keinen Augenblick darüber nachdenken, wie es mir gerade gehen könnte und mich mit Belanglosigkeiten belästigen, werden ausgesiebt und ich werde mich nicht mehr bei ihnen melden. Punkt.

Wieviel wertvoller sind in dieser Situation Freunde, die EINFACH für mich da sind! Die zuhören, mit mir lachen und weinen, mit mir kochen und essen, einfach da sind. Denen ich nicht erklären muss, warum ich gerade traurig aussehe. Denen es gelingt, Lachen und Leichtigkeit zu bringen. Die eine Ahnung von meinem Schmerz haben, der für mich völlig unvorstellbar war.

Wieviel wertvoller sind mir Arbeitskolleginnen, die mir Umarmungen und Bilder per WhatsApp schicken. Die mir mitteilen, dass sie gerade an mich denken und mich vermissen. Die meinen Schmerz mitfühlen und mich mit ihrer Anteilnahme auffangen und trösten.

Es geht nicht darum, dass ich jetzt das Verhältnis zu meinem Vater auflöse; das braucht seine Zeit. Ein jegliches hat seine Zeit und jetzt ist die Zeit der Trauer. Es geht mir darum festzuhalten, dass ich nicht alleine bin. Und meine Mutter auch nicht. Und wenn IRGENDJEMAND nicht nachvollziehen kann, dass ich mich nicht ablenken, sondern für meine Mutter da sein möchte, hat er in meinem Leben nichts mehr zu suchen. Ich habe keine Geschwister, vor acht Wochen haben wir die Schwester meines Vaters beerdigt, meine Familie sind jetzt meine Mutter und ich. Und eben die Freunde, die sich jetzt – mal wieder oder auch das erste Mal, weil neu in meinem Leben, – als Freunde beweisen. Denen ich mich nicht erklären muss. Und für die ich dankbar bin.

Dr. Jekyll und Ms. Hyde

1 kommentar

Einer der Gründe, warum ich mich selbständig gemacht habe, war, dass ich mir die Personen, mit denen ich direkt zusammenarbeite, aussuchen kann. Das ist bei meiner Teilzeitstelle nicht der Fall.

Und prompt arbeite ich mit jemandem zusammen, dem man es nicht Recht machen kann. Egal, wie ich mich verhalte, es ist nach ihrer Definition falsch. Dabei vergreift sie sich leider öfter im Ton und unterstellt mir, ich würde auch “ganz schön austeilen”. Im nächsten Augenblick ist sie wieder zuckersüß; besonders “ihren” Kunden gegenüber.

Ich verkaufe gerne. Und ich kann verkaufen. Darüber hinaus bin ich in der Lage zu erkennen, was meine direkten Kunden an Sprüchen und Ansprache brauchen und ich vergreife mich i.d.R. nicht im Ton. Wenn ich allerdings bei allem was ich tue und sage korrigiert werde, sind das Arbeitsbedingungen, mit denen ich nicht gut leben kann. Es ist für mich anstrengend. Zu anstrengend.

In den nächsten Tagen habe ich hoffentlich ein Gespräch mit meinen Vorgesetzten. Außerdem würde ich gerne die Anzahl meiner Stunden resp. Tage verringern. Momentan habe ich keine Energie und keinen Kopf für meine eigentliche Arbeit und das, was mir ebenso Spaß macht, nämlich Webseiten zu erstellen. Mein Ziel war, mit einer Teilzeitstelle unter Leuten zu sein; wenn es mich aber zuviel Kraft kostet und von meiner eigentlichen Tätigkeit – und dem Geld verdienen (!) – abhält, bin ich schneller weg, als sie “referentielle Integrität” sagen können.

Das ist ein schönes Wort: “referentielle Integrität”. Finde ich.